Polypropylen-Markt ausbalanciert: IKB erwartet für Q 1/2017 deutlicheren Zuwachs

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Kunststoffrecycling (Foto: Erema)

Düsseldorf — Im Zuge der deutlich anziehenden Rohölpreise kam es zuletzt zu einem Anstieg der Naphthapreise. Das Niveau des Vorjahres wurde um ein Sechstel überschritten. Der Kontraktpreis für Ethylen (C2) konnte sein Preisniveau nicht halten und gab zuletzt nach. Bei festeren Naphthanotierungen erwartet die IKB Deutsche Industriebank allerdings im Verlauf des ersten Quartals 2017 eine Preiskorrektur nach oben. Auch bei Propylen (C3) kam es zuletzt zu Preiskorrekturen, die sich aber auch hier im ersten Quartal 2017 umkehren sollten. Die Mengenverfügbarkeit ist ausreichend.

Derzeit bewegen sich die Rohölpreise um 465 US-$/t. Die Anlagenverfügbarkeit ist momentan gut. Die Force Majeure bei BASF im Oktober infolge einer Explosion war schneller als erwartet beendet. Im Zuge der festeren Rohölnotierungen sollte der Naphthapreis im ersten Quartal 2017 nochmals anziehen.

Bei Benzol zog der Kontraktpreis schon im November leicht an. Im Dezember 2016 belastet zudem die Force Majeure einer Anlage in Texas, USA. Dies sollte zu vermehrten Importen aus Asien in die USA führen. Da aber die asiatische Inlandsnachfrage angezogen hat, dürfte dies auch das europäische Preisniveau weiter nach oben ziehen. Für die Styrolpreise erwartet die IKB im ersten Quartal festere Notierungen. Im November gelang es den Herstellern von Polyolefinen allerdings nicht, die gestiegenen Vormaterialpreise immer voll umfänglich weiter zu geben.

Bei Polypropylen ist der Markt ausbalanciert, die Preise gingen seitwärts. Für das erste Quartal 2017 sieht die IKB einen deutlicheren Zuwachs. Die Preise für HDPE Spritzgussqualitäten gaben aufgrund von Importdruck u. a. aus Ägypten nach. Die Automobilkonjunktur dürfte im ersten Quartal 2017 zu höheren Notierungen führen. Bei PS konnte der höhere Styrolkontrakt größtenteils weitergegeben werden; es sind kurzfristig weitere Preissteigerungen möglich. PVC dürfte in den nächsten Wochen jahreszeitübliche Preisrückgänge (Baukonjunktur) verzeichnen, die erst Ende des ersten Quartals 2017 wieder kompensiert werden. Bei PET kam es im November schon zu deutlich höheren Preisen, die auch im Dezember weiter anziehen dürften. Hier könnten dann die Notierungen im ersten Quartal 2017 seitwärts gehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank