IKB: Goldpreis unter Druck, Nachfrage nach Silber, Platin-Recycling anziehend

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Edelmetalle (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Der überraschende Wahlausgang in den USA brachte den Goldpreis unter Druck. Hoffnungen auf steigende Zinsen in den USA und ein stärkerer Dollar machen Gold als Anlage uninteressanter. Obwohl sich die Goldnachfrage bis Ende September 2016 im Vorjahresvergleich infolge einer verdoppelten investiven Nachfrage noch um 7 Prozent erhöht hatte, kam es zur Trendumkehr in der Anlagestrategie, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Im bisherigen Jahresverlauf waren sowohl die Schmuck- wie auch die industrielle Nachfrage deutlich rückläufig. Angebotsseitig stieg die Minenproduktion um ein Prozent, während das Goldrecycling um 18 Prozent anzog. Aufgrund der anhaltenden Turbulenzen in den geopolitischen Krisenherden und schwächeren Konjunkturerwartungen sieht die IKB den Goldpreis bis Jahresende um 1.200 US-$/oz. mit einer Bandbreite von 200 US-$.

Das Jahr 2016 wird von der investiven Nachfrage nach Silber geprägt. Während für 2016 insgesamt ein Einbruch der gesamten physischen Silbernachfrage (-8,5 Prozent) erwartet wird, dürften die ETF’s (Exchange Traded Funds) um über 70 Mio. oz. anziehen. Dagegen vermindert sich im Gesamtjahr die Münz- und Barrennachfrage kräftig. Gleiches gilt für die Schmuck- und Bestecknachfrage. Das Angebot wird sich allerdings um rund 3 Prozent reduzieren. Innerhalb der Minenproduktion sinkt aufgrund von Schließungen von Blei- und Zinkminen die sogenannte Kuppelproduktion. Daher folgt das vierte Jahr mit Angebotsdefiziten. Die IKB sieht deshalb für Silber bis Ende des ersten Quartals 2017 eine Preisbewegung um rund 17,50 US-$/oz. mit einem Band von 2,50 US-$.

Für 2016 wird eine Seitwärtsbewegung der physischen Platinnachfrage erwartet, während ein stärkerer Anstieg der investiven Nachfrage gesehen wird. Insgesamt ergibt sich ein Angebotsdefizit von bis zu 0,5 Mio. oz. Letzteres ist primär in Produktionseinbußen in Südafrika und Russland begründet, welche trotz eines stark anziehenden Recyclings (+10 Prozent) nicht ausgeglichen werden können. Der Druck durch den Dieselskandal hält den Platinpreis bis Ende des ersten Quartals 2017 in einer Bewegung um 950 US-$/oz. in einem Band von 150 US- $. Bei Palladium steigt die physische Nachfrage 2016 aus der Automobilindustrie an. Trotz einer stabilen Minenproduktion und steigendem Recycling ergibt sich ein Angebotsdefizit von um die 0,65 Mio. oz. Bei Palladium ist von einer Bewegung um 800 US-$/oz. in einem Band von +150 US-$ auszugehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank.