IKB: Nickel ohne größere Preissprünge, Bedarf an Ferrochrom lässt Preise steigen

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2 Euro-Münze mit Nickelgehalt (Foto: ©I-vista /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Für das Jahr 2016 wird ein Rückgang der Nickelproduktion rund 2 Prozent auf ca.1,93 Mio. t erwartet. Infolge der höheren Rostfrei-Produktion steigt auch der Bedarf an Ferrochrom 2016 entsprechend an. Produktionskürzungen bei Ferromolybdän konnten in der ersten Jahreshälfte 2016 den Preisverfall deutlich stoppen, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Für das Jahr 2016 wird ein Rückgang der Nickelproduktion rund 2 Prozent auf ca.1,93 Mio. t erwartet. Dagegen dürfte der Nickelverbrauch um gut 6 Prozent zulegen. Dies hätte nach Jahren hoher Angebotsüberschüsse nun ein Angebotsdefizit zwischen 50.000 t und 75.000 t. zur Folge, was bei den aktuellen Beständen problemlos gedeckt werden kann. Für 2017 dürfte sich eine Produktionsausweitung von knapp 6 Prozent und ein Nachfrageanstieg von 5,5 Prozent ergeben, was zu einem Angebotsdefizit von erneut rd. 60.000 t korrespondiert. Die Lagerbestände an der LME von immer noch 367.000 t sowie gut 105.000 t an der SHFE verhindern jedoch größere Preissprünge. Die IKB sieht den Nickelpreis bis Ende des ersten Quartals 2017 in einem Band von 2.000 US-$ um den Wert von 11.000 US-$ je Tonne.

Infolge der höheren Rostfrei-Produktion steigt auch der Bedarf an Ferrochrom 2016 entsprechend an. Nachdem für das dritte Quartal 2016 der Benchmark-Preis zwischen europäischen Werken und südafrikanischen Ferrochromschmelzen erstmals seit Längerem kräftig angehoben wurde, ist für das vierte Quartal ein weiterer Anstieg um 12,2 Prozent erfolgt. Dies ist das höchste Preisniveau seit Ende 2014. Auch die chinesischen Ferrochromproduzenten mussten nochmals deutlich anziehende Preise hinnehmen. Obwohl die Kapazitätsauslastung dort zuletzt angezogen hat, soll sie immer noch deutlich unter dem europäischen Niveau liegen. Die IKB erwartet einen Ferrochrompreis bis Ende des ersten Quartals 2017 um 8,00 US-$ je Tonne Reinchromgehalt in einer Bandbreite von 0,50 US-$ je Tonne.

Produktionskürzungen bei Ferromolybdän konnten in der ersten Jahreshälfte 2016 den Preisverfall deutlich stoppen. Das Grundproblem allerdings – die Nachfrageschwäche aus der Öl- und Gasindustrie – ist noch nicht behoben. Trotz einer anziehenden Nachfrage aus der Edelstahlindustrie konnte der bisherige Jahrespeak der Preise nicht gehalten werden. Nach Jahren hoher Angebotsüberschüsse dürfte der Markt 2016 ausbalanciert sein bzw. einen nur sehr geringen Überschuss verzeichnen. Bei einer sich belebenden Investitionstätigkeit in der Öl- und Gasexploration dürfte der Bedarf anziehen. Die IKB sieht bis Ende des ersten Quartals 2017 den Ferromolybdänpreis bei rund 17,00 US-$/kg mit einer Bandbreite von 2,50 US-$ je kg.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank