Energieautark: Montagebeginn für die SynGas-Anlage im Klärwerk Koblenz

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Montage der SynGas-Anlage in Koblenz (Foto: Sülzle Holding GmbH)

Rosenfeld/Koblenz — Mit der Montage der SynGas-Anlage im Klärwerk Koblenz hat am Dienstag die Sülzle Kopf SynGas GmbH & Co. KG begonnen. Die SynGas-Anlage stellt eine wichtige Komponente für das EU-geförderte Pilotprojekt „SusTreat“ dar, das eine energieautarke Kläranlage für die Stadtentwässerung Koblenz erstellen soll. Im vergangenen Jahr wurde dazu bereits einen Bandtrockner vom Typ Pro-Dry 2/4 installiert, der den Klärschlamm für die Vergasungsanlage vorbereitet.

Die Anlieferung der SynGas-Anlage erfolgt in mehreren Einzelteilen. Aufgestellt und verschweißt wurden auch erste Bauelemente des Vergasers, der als Herzstück der Anlage gilt. „Mit unserer Technik liefern wir einen entscheidenden Beitrag für das Projekt ‚SusTreat'“, erklärt Dr. Stephan Mey, Geschäftsführer von Sülzle Kopf SynGas.

Ziel des Pilotprojekts „SusTreat“ ist es, Energie in Eigenregie zu erwirtschaften. Denn Kläranlagen gehören zu den größten kommunalen Energieverbrauchern – rund 20 Prozent des Strombedarfs von Städten und Gemeinden gehen auf ihr Konto. Um die Kläranlage möglichst autark zu versorgen, setzt der Betreiber auf das hohe Potenzial des anfallenden Klärschlamms: Dieser enthält große Mengen von Kohlenstoff, der sich durch Vergasung in Energie umwandeln lässt. Hier kommt die innovative Technik von Sülzle Kopf SynGas und Sülzle Klein – beide gehören zur Sülzle Gruppe – zum Einsatz.

Die Entwässerungs-und Trocknungs-Spezialisten der Sülzle Klein GmbH nahmen für das Projekt bereits im letzten Jahr einen Bandtrockner vom Typ Pro-Dry 2/4 in Betrieb. Er bringt den Klärschlamm auf einen Trockenrückstand von bis zu über 90 Prozent. Dabei entsteht ein festes Granulat, das der Klärwerksbetreiber in einem Lagersilo zwischenspeichert. Die SynGas-Anlage vergast das Granulat anschließend bei einer Temperatur von rund 850 Grad Celsius. Organische Gifte wie Medikamentenrückstände, Hormone und Bakterien werden dabei vollständig vernichtet.

So entsteht ein brennbares Gas, das anschließend in mehreren Stufen von weiteren belastenden Stoffen wie Schwermetallen, Teeren und Schwefel gereinigt wird. Anschließend lässt sich das Gas in einem angeschlossenen Blockheizkraftwerk zur Wärmegewinnung oder in einem Gasmotor zur Stromerzeugung nutzen. Die SynGas-Anlage ist dabei so flexibel ausgelegt, dass sie je nach Bedarf nur Wärme, nur Strom oder beides erzeugen kann. Die bei der Vergasung entstehende Asche ist mineral- und phosphathaltig. Sie lässt sich als Düngemittel in der Landwirtschaft oder zur Rückgewinnung des wertvollen Phosphats weiterverwerten. Das hohe Nutzungspotenzial des Klärschlamms wird damit vollständig ausgeschöpft.

„Das kombinierte Know-how von Sülzle Kopf SynGas und Sülzle Klein ermöglicht ein ausgefeiltes und nachhaltiges Energiekonzept, bei dem sämtliche Elemente der Prozesskette optimal ineinandergreifen“, betont Dr. Mey. Der Abschluss der Montagearbeiten der SynGas-Anlage ist für Mai 2017 geplant; im Oktober soll das gesamte Projekt dann fertig gestellt sein.

Quelle: Sülzle Holding GmbH & Co.KG