IKB: Altkupfer-Versorgung für die Recyclingproduktion begrenzt

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Kupferabbau in Gällivare, Schweden (Foto: Neta623 / Pixabay)

Düsseldorf — Die weltweite Kupferminenproduktion hat bis Ende August 2016 um knapp 6 Prozent zugelegt. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen ist trotz der Erweiterung der globalen Kapazitäten leicht gestiegen. Die Raffinadeproduktion konnte um 3,1 Prozent angehoben werden, wobei hier die Kapazitätsauslastung um 0,8 Prozent anzog. Der weltweite Verbrauch nahm dagegen mit knapp 4 Prozent noch stärker zu, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Die Nachfrageerhöhung von 7,5 Prozent in China war der Haupttreiber. Während die Verbräuche in Amerika und Afrika sanken, war in Europa (+2,5 Prozent) und dem übrigen Asien ein Zuwachs zu verzeichnen. Im Gesamtjahr 2016 erwartet die IKB einen Zuwachs von gut 2 Prozent. Nach den Angebotsdefiziten der Vorjahre könnte es 2016 erneut zu einem kleinen Defizit der Raffinadeproduktion kommen. Insgesamt verbuchte der Markt in den ersten acht Monaten 2016 ein Defizit von 93.000 t.

Die Kupfervorräte an der LME gaben zuletzt wieder leicht nach. Ende November 2016 lagen diese bei knapp 235.000 t. Die Lagerbestände an der SHFE haben ihre zu Jahresbeginn erreichten Höchststände abgebaut und betragen nun rd. 144.000 t. Die Bestände der COMEX steigen leicht an und liegen bei 77.000 t. Unverändert dient ein Großteil der Volumina der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von 7 Tagen. Die weiter anziehende Minenproduktion sollte die Versorgungslage jedoch verbessern. In den ersten acht Monaten 2016 belasteten jedoch Produktionsunterbrechungen u. a. in Chile (-4 Prozent, der weltgrößte Produzent) und in der Demokratischen Republik Kongo (-7 Prozent). Die Versorgung mit Altkupfer für die Recyclingproduktion ist ebenfalls nicht üppig.

Auch der Kupferpreis zog im Verlauf der Trump-Euphorie an. Trotz einer stabilen physische Nachfrage musste der Markt allerdings Rückgänge in der investiven Nachfrage hinnehmen: Die Zahl der Handelskontrakte sank im November 2016 um rund 10 Prozent, überschreitet das Niveau von Jahresende 2015 allerdings um über die Hälfte. Für das Jahr 2017 wird trotz einer Nachfragebelebung in Osteuropa und Russland erstmals seit mehreren Jahr ein Angebotsüberschuss der Raffinadeproduktion über die physische Kupfernachfrage erwartet. Dies sollte dann den weiteren Preisanstieg für Kupfer begrenzen. Bis Ende des ersten Quartals 2017 sieht die IKB daher ein Preisniveau von 5.600 US-$ je Tonne mit einem Band von 500 US-$ je Tonne um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank