ASA-Fachtagung 2016: TA Luft-Grenzwerte sind unsinnig und unverhältnismäßig

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ASA -Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e. V.

Ennigerloh — Die diesjährige Mitgliederversammlung der ASA fand am 24. November in Bremen statt. Am zweiten Tag folgte eine ebenfalls gut besuchte Fachtagung, die sich erneut mit aktuellen Themen rund um die stoffspezifische Abfallbehandlung befasste. Die Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e. V. dient der Interessenvertretung für mechanische und/oder biologische Abfallbehandlungstechnologien.

In diesem Jahr führte ASA-Vorstandsvorsitzender Thomas Grundmann gemeinsam mit der neuen Geschäftsführerin Katrin Büscher durch die mit 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut besuchte Mitgliederversammlung. In seinem Bericht betonte Thomas Grundmann u. a. die weiterhin positive Entwicklung des Verbandes, die sich auch an vier neuen Mitgliedsbetrieben erkennen lässt. Katrin Büscher erläuterte in ihrem Bericht aus der Geschäftsstelle u. a. die inhaltliche Arbeit, die sich zukünftig auch verstärkt an der Mitwirkung an Gesetzgebungsverfahren orientieren will und mit Blick auf die zukünftige Ausrichtung der ASA für die Mitglieder von eklatanter Bedeutung sein wird.

Neben diversen Berichten standen vor allem eine Satzungsänderung und die Einführung der Beitragsordnung im Fokus. Hintergrund hierfür war die mit der ASA-Strategie 2030 eingeleitete Neuausrichtung des Verbandes, die die ASA bereits für weitere Unternehmen der stoffspezifischen Abfallbehandlung interessant macht. Neben MBA-Betreibern sind mittlerweile auch Betreiber von Bioabfallbehandlungsanlagen und Vergärungsanlagenhersteller im Verband organisiert, was sich insgesamt sowohl auf die Außenwirkung als auch auf den fachlichen Austausch innerhalb der ASA positiv auswirkt.

Konsequenzen nicht länger ignorieren

An beiden Tagen standen abfallwirtschaftliche Themen auf dem Programm. Dazu zählten die EEG-Novelle, die Auswirkungen auf die Bioabfallwirtschaft, die Verknappung thermischer Kapazitäten, die Novelle der Gewerbeabfallverordnung, das ASA-Strategiepapier 2030 und – aus aktuellem Anlass – auch die TA-Luft. Im September hat das Bundesministerium einen Referentenentwurf zur Novelle der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) vorgelegt, der bis zum 2. Dezember kommentiert werden konnte.

Mit der Novelle der TA Luft sind u. a. neue Anforderungen an die Emissionen an organischen Stoffen und hier maßgeblich Methan aus der Bioabfallbehandlung vorgesehen, was vor allem Kompostierungs- und Vergärungsanlagen betrifft. In einem verbändeübergreifenden Brief erarbeiteten mehrere Verbände – darunter auch die ASA – gemeinsam die Position, dass die Konsequenzen der neuen Grenz- und Richtwerte nicht länger zu ignorieren sind.

Änderungen wirtschaftlich nicht vertretbar

Auch in der Fachtagung sprachen sich die Teilnehmer mit Nachdruck dafür aus, dass die in der TA Luft geplanten Grenzwerte „ökologisch unsinnig und ökonomisch unverhältnismäßig“ seien und „nur unter enormem Aufwand an Energie und Kosten mittels regenerativ-thermischer Oxidation zur Abgasbehandlung eingehalten werden könnten“. Die geplanten Verschärfungen der TA Luft gingen über die europäischen Vorgaben hinaus, stellte die ASA fest. Die Änderungen seien auch wirtschaftlich nicht vertretbar, da ein großer Mehraufwand im Anlagenbetrieb befürchtet würde.

An Kompostwerke und Vergärungsanlagen sollen nach dem Entwurf der TA-Luft im wesentlichen folgende Anforderungen gestellt werden:

  • Mindestabstand: neuer Berechnungsansatz nach Geruchsausbereitungsrechnung
  • Bau: weitgehend geschlossene Ausführung, inkl. Nachrotte und Gärrestlager
  • Abgasreinigung: Biofilter und saurer Wäscher mit 90 Prozent Wirkungsgrad bei Vergärungsanlagen
  • Reingas: Begrenzung der organischen Stoffe auf 200 bzw. 2 mg/m3 als Jahresmittelwert.

Im formalen Teil der Mitgliederversammlung wurde Peter Kühn (Abfallwirtschaftsgesellschaft Landkreis Schaumburg (AWS) mbH als neuer Kassenprüfer) gewählt. Er löst Elke Meyerbröker (Gesellschaft zur Verwertung organischer Abfälle (GVoA) mbH & Ko. KG) ab. Darüber hinaus wurde das langjährige Beiratsmitglied Herr Dr. Günter Hälsig (MLUL) verabschiedet. Die ASA bedankte sich bei ihm für die sehr gute Zusammenarbeit.

Quelle: ASA – Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e. V.