11. European Bioplastics Konferenz – Einblicke in Materialien von morgen

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Redner auf der 11. European Bioplastics Conference : Mike-Gross (Kimberly-Clark) (Foto: © European Bioplastics e.V.)

Berlin — „Europa ist weltweit führend in der Entwicklung und Vermarktung von innovativen, biobasierten Produkten. Die diesjährige Konferenz verdeutlicht die vielen technologischen Innovationen und den großen Fortschritt der Biokunststoffbranche in der Entwicklung von nachhaltigen und ressourceneffizienten Kunststofflösungen.“ Mit diesen Worten eröffnete European Bioplastics-Vorstandsvorsitzender François de Bie die 11. European Bioplastics Konferenz fand am 29. und 30. November 2016 in Berlin in Anwesenheit von 300 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien.

Und de Brie fügte hinzu: „Wir begrüßen den Entschluss des europäischen Gesetzgebers zum Wandel zu einer biobasierten Kreislaufwirtschaft. Dies ist ein wichtiges Signal an unsere Branche und die Investoren in die Bioökonomie in einer Zeit von anhaltend niedrigen Ölpreisen und Subventionen für die Fossilindustrie.“

Hugo-Maria Schally, Abteilungsleiter bei der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission, betonte in seiner Rede die Notwendigkeit für einen kohärenten Politikansatz, um biobasierte Produkte in Europa besser zu fördern: „Die Europäische Kommission steht fest entschlossen hinter dem Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, um Wirtschaftswachstum und Umweltschutz in Europa besser miteinander zu verzahnen. Das EU-Kreislaufwirtschaftspaket bietet den politischen und rechtlichen Rahmen und setzt Anreize für innovative Industrien wie die Biokunststoffindustrie. Die geplante EU- Kunststoffstrategie wird sich unter anderem den Herausforderungen der Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen widmen.“

Kristy-Barbara Lange, Stellvertretende Geschäftsführerin von EUBP, stellte am zweiten Konferenztag die mit Spannung erwarteten aktuellen Marktdaten vor: „Der positive Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort. Laut unserer aktuellen Marktdatenauswertung wird die weltweite Produktionskapazität für Biokunststoffe in den kommenden fünf Jahren um 50 Prozent ansteigen.“ Dieser Trend spiegelte sich auch in Präsentationen großer Unternehmen und Marken wie Renault, Henkel, Tetra Pak und Kimberly-Clark wider, die ihre Nachhaltigkeitsprogramme und Rolle von Biokunststoffen darin auf der Konferenz vorstellten. Das Niederländische Institut für Normung (NEN) präsentierte ein neues Zertifizierungssystem für biobasierte Produkte auf Grundlage des europäischen Standards EN 16785-1 und übergab im Rahmen der Konferenz die ersten zwei Zertifikate an Corbion, einen führenden Hersteller von Hochleistungs-PLA, und Kraton, einen Bio-Veredler für natürliche Chemikalien auf Kiefernbasis.

Rodenburg, Taghleef und Mars wurden für die Entwicklung einer biobasierten Verpackung für den Snickers Schokoladenriegel. Das innovative Verpackungsmaterial besteht aus Stärke von Kartoffelabfällen und PLA, entwickelt von Rodenburg. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Taghleef, dem Produzenten der Folie, die wiederum bedruckt wird durch Mondi. Dafür wurde es mit dem 11. jährlichen Biokunststoffpreis ausgezeichnet, verliehen durch das Bioplastics Magazine im Rahmen der Konferenz.

Rund 300 Experten aus rund 150 Unternehmen und 29 Ländern nahmen an der Konferenz teil, um sich über die neusten Entwicklungen, Themen und Trends der Biokunststoffbranche in Europa auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Auf der angeschlossenen Ausstellung zeigten 22 Unternehmen eine Vielzahl neuer Produkte, Materialien und Anwendungen für Biokunststoffe.

Quelle: European Bioplastics e.V.