9. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz: Rohstoffbeziehungen fortsetzen

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Diskussionsforum auf der 9. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz (Foto: BGR)

Düsseldorf, Hannover — „Deutschland und Russland sind – unter sehr unterschiedlichen politischen Bedingungen – seit den 1970er Jahren energiepolitisch enge Partner. Ich halte es für wichtig, dass – nicht nur, aber auch – die Rohstoffbeziehungen unter den derzeit eher schwierigen Rahmenbedingungen fortgesetzt werden. Russland ist ein wichtiger Rohstofflieferant, und viele der Rohstoffe spielen eine wichtige Rolle für unsere Zukunftstechnologien und innovativen Produktionsprozesse“, betonte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in seiner Rede auf der 9. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz, die letzte Woche in Düsseldorf stattfand.

Unter dem Motto „Rohstoffwirtschaft in Verantwortung für Klima und Umwelt“ tauschten sich fast 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu den Zukunftsthemen der Rohstoffwirtschaft aus. Damit bietet das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum (DRRF) eine wichtige Dialogplattform zwischen russischen und deutschen Meinungsführern in einer politisch anspruchsvollen Situation.

Prof. Dr. Klaus Töpfer, deutscher Schirmherr des DRRF, erklärte: „Beide Länder stehen vor enormen Herausforderungen. Die Zusagen aus dem Pariser Klimaabkommen, neue Technologien und die Digitalisierung werden unsere Energie- und Rohstoffpolitik nachhaltig verändern. Russland hat das Potenzial auch in Zukunft der wichtigste Rohstoffpartner Deutschlands zu bleiben. Im Interesse beider Länder wollen wir deshalb den Gesprächsfaden zwischen Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nicht abreißen lassen.“

Auf der Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz wurden auch in diesem Jahr wieder Fachthemen der Energie- und Rohstoffwirtschaft diskutiert. Inhalte waren unter anderem die nachhaltige Entwicklung der Rohstoffwirtschaft, die Energie- und Rohstoffpartnerschaft sowie die Hochschulzusammenarbeit im Bereich Energie und Rohstoffe beider Länder. Unter anderem stellte der Leiter der DERA in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Dr. Peter Buchholz, die Studie „Rohstoffe für Zukunftstechnologien 2016“ vor. Die Auftragsstudie leistet einen wichtigen Beitrag zur Bewertung der zukünftigen Rohstoffnachfrage. Dazu wurden 42 Zukunftstechnologien im Detail betrachtet und in einem Szenario mit Blick auf den Rohstoffbedarf dieser Technologien im Jahr 2035 analysiert. Nachfrageimpulse, beispielsweise durch die Elektromobilität oder Superlegierungen in der Luft- und Raumfahrt, werden – so die Studie – die Märkte für Sonder- und Nebenmetalle in den kommenden Jahren stark bewegen. Immer wichtiger werden daher für die von Importen abhängige deutsche Wirtschaft Ausweichstrategien für eine Absicherung der Rohstoffversorgung.

Das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum ist eine zentrale Dialogplattform zur Intensivierung der Rohstoffbeziehungen beider Länder. Es wurde im Jahr 2006 von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und der St. Petersburger Staatlichen Bergbauuniversität – den ältesten Montanhochschulen der Welt – gegründet.

Quelle: Deutsch-Russisches Rohstoff-Forum e.V / Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe