EVGE-Jahrestagung: Über Mißtrauen der Länder bei Efb-Verordnung enttäuscht

436
Quelle: EVGE - Europäische Vereinigung der Gemeinschaften zur Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben e.V.

Bonn — Das überragende Thema der diesjährigen Jahrestagung der EVGE war und ist die sich abzeichnende Verkündung der novellierten Entsorgungsfachbetriebeverordnung. Am 17. und 18.11.2016 trafen sich die Mitglieder der Europäischen Vereinigung der Gemeinschaften zur Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben e.V. (EVGE) in Berlin. Sie vertritt als europäische Dachorganisation alle namhaften deutschen Entsorgergemeinschaften; seit nunmehr fast 20 Jahren werden rund ein Drittel aller Entsorgungsfachbetriebe über sie erfolgreich betreut und zertifiziert.

Traditionell trat im Rahmen der Jahresversammlung auch der EVGE-Arbeitsausschuss zusammen, nachdem erst vor kurzem nach erfolgter Bundesratssitzung führende Verbände, Innungen und Entsorgergemeinschaften der Entsorgungswirtschaft in einem gemeinsamen Brief an das Bonner Umweltministerium eine zielführende Fortentwicklung des Entsorgungsfachbetriebes gefordert hatten.

Knackpunkt war und ist der Bundesratsbeschluss, dass nun nicht im begründeten Einzelfall, sondern alle Efb-Prüfberichte an die Behörde weitergeleitet und in ein zentrales Register eingestellt werden sollen. Bei den Prüfberichten handelt es sich um interne Dokumente, die auch unkritische individuelle Empfehlungen bei der zielführenden Fortentwicklung des Efb aufzeigen. Vom Grundverständnis her muss dies aber dem sensiblen, streng vertraulichen Verhältnis zwischen Unternehmen und dessen Sachverständigen vorbehalten sein. Sollten die Unternehmen dazu verpflichtet werden, ihre internen Prüfberichte zu veröffentlichen, dürften Qualität und Detailgenauigkeit eher sinken als steigen, was sogar der Intention dieser weiterzugebenden Berichte zuwiderläuft.

Hartmut Schön, Vorsitzender der EVGE, und Gerd Bretschneider, Sprecher der EVGE, fassten in der Mitgliederversammlung die Situation zusammen: „Wir sind schon enttäuscht, welches große Misstrauen die Länder und zuständigen Behörden in den Efb und in das dahinter stehende Instrument der freiwilligen Selbstkontrolle haben. Seit nunmehr über 20 Jahren haben wir mit der Zertifizierung den Qualitätsstandard in der Entsorgungsbranche auf ein hohes Niveau gehoben. Die jetzt zur Entschließung anstehenden Vorgaben scheinen das Erreichte nur wenig anzuerkennen – wir befürchten einen damit einhergehenden, völlig unnötigen Attraktivitätsverlust des Efb-Zertifikats!“.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurden neben Hartmut Schön (Vorsitzender), Peter J. Obieglo, Thomas Pfaff (stellv. Vorsitzender), Ulrich Schulz und Dr. Helmut Stadler (stellv. Vorsitzender) einstimmig in den Vorstand berufen.

Quelle: EVGE Europäische Vereinigung der Gemeinschaften zur Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben e.V.