Coffee to go: Pfand-tastische Kaffeebecher sind auf dem Vormarsch

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Quelle: Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH

Freiburg/ Tübingen/ Berlin – Nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe e.V. werden deutschlandweit 2,8 Milliarden Coffee to go-Becher pro Jahr verbraucht. Das Material – beschichtete Pappe und Kunststoffdeckel – lässt sich nicht recyceln und muss als Restmüll entsorgt werden. Neue Pfandsysteme schaffen stellenweise bereits Abhilfe.

Um das Müllaufkommen aus Einweg-Kaffeebechern zu reduzieren, hat die Stadt Freiburg gestern das Mehrweg-Pfandsystem in der Freiburger Innenstadt gestartet. Partner von „FreiburgCup“ sind die Betreiber von Cafés und Bäckereien, die Kaffee zum Mitnehmen verkaufen. Ab dem Starttermin erhält die Kundschaft dort den Kaffee auch im Pfandbecher. Das Pfand beträgt 1,00 Euro und wird bei Rückgabe des gebrauchten Bechers erstattet. Die Kunden können die leeren Becher auch in anderen Geschäften in der Innenstadt zurückgeben, teilnehmende Betriebe sind am Aktions-Aufkleber an der Ladentür erkennbar.

Eine Gaststätte an der Freiburger Universitätsbibliothek hat sich für einen anderen Weg entschieden. Dort wird der Kaffee zum Mitnehmen ab sofort in einem attraktiven Pfandbecher aus einem umweltfreundlichen Material angeboten. Die Kunden können den Becher gegen Pfand behalten oder zurückgeben. Bei Bedarf wird er wieder aufgefüllt oder er kommt in die Spülmaschine. Aber auch eigene Becher der Kunden werden befüllt.

„Die Universität Tübingen bietet schon seit 2013 Mehrweg-Becher an, um das Müllaufkommen auf dem Campus zu reduzieren“, sagt Kanzler Dr. Andreas Rothfuß. “Bisher konnten insgesamt 3.500 KeepCups verkauft werden.“ An diesen Erfolg möchte das Aktionsbündnis „Müllarmes Tübingen“ anknüpfen und den Mehrweg-Trinkbecher in der Stadtgesellschaft verankern. Unter dem Motto „tü go – besser bechern“ ist auch in Tübingen der Mehrweg-Trinkbecher aus Recycling-Kunststoff für 7,95 Euro bereits in 15 lokalen Geschäften erhältlich. Wer dort seinen Kaffee in einen mitgebrachten Becher füllen lässt, bekommt auf jedes Getränk mindestens 20 Cent Rabatt.

Beim Berliner-Projekt „Boodha – Just swap it“ handelt es sich um ein Netzwerk aus bislang 15 Cafés in den Berliner Bezirken Neukölln und Kreuzberg, die den Coffee to go in standardisierten Mehrwegbechern mit Pfand verkaufen. Der ausgetrunkene Mehrwegbecher kann gegen die Rückerstattung des Pfandes bei allen teilnehmenden Cafés wieder abgegeben werden. Die Deutsche Umwelthilfe hat das Projekt ausgezeichnet.

„Die Initiative „Boodha – Just swap it“ setzt mit ihrem Pilotprojekt ein wichtiges Zeichen gegen den umweltschädlichen Einwegtrend. Es zeigt aber vor allem, dass Poolsysteme für Mehrwegbecher hervorragend funktionieren. Wenn Verbraucher die Möglichkeit haben ihren bepfandeten Mehrwegbecher nach der Nutzung in anderen Cafés schnell wieder abzugeben, dann ist das besonders verbraucherfreundlich und stärkt die Akzeptanz“, sagt Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der DUH. Neben dem Angebot von Mehrwegbechern hält Fischer die Einführung einer Abgabe von 20 Cent auf Einwegbecher für dringend geboten, damit der Trend zu immer mehr Müll wieder umgekehrt werden kann.

Quelle: Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH / Eberhard Karls Universität Tübingen / Deutsche Umwelthilfe e.V.