Lauta und Rüdersdorf: STEAG übernimmt zwei Müllverbrennungsanlagen von Vattenfall

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Quelle: steag GmbH

Essen — Die STEAG GmbH hat gestern einen Vertrag zur Übernahme der Anteile des Energieversorgers Vattenfall an der Thermischen Abfallbehandlung Lauta (T.A. Lauta, 74,9 Prozent) in Sachsen sowie des Industriekraftwerks (IKW) Rüdersdorf bei Berlin (100 Prozent) unterzeichnet. Kumuliert verfügen beide Anlagen über eine Müllverbrennungskapazität von 475.000 Tonnen pro Jahr.

Über die Kaufsumme haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Die für den Vollzug der Transaktion noch erforderliche Zustimmung des Aufsichtsrats der Vattenfall GmbH soll im Dezember erfolgen. Das Bundeskartellamt hat der Übernahme bereits zugestimmt.

Für STEAG ist die thermische Verwertung von Abfällen und Sonderbrennstoffen bereits ein vertrautes Geschäftsfeld. An der T.A. Lauta hält STEAG bereits 25,1 Prozent der Anteile seit der Inbetriebnahme 2004 und betreibt das Raffineriekraftwerk Leuna, das aus Produktionsrückständen der Raffinerie Strom und Wärme erzeugt. „STEAG ist Spezialist in der Erzeugung von Strom und Wärme auf Basis anspruchsvoller Brennstoffe und Technologien. Wir haben eine jahrzehntelange Erfahrung im Betrieb von Kraftwerken, in der Optimierung und in der Entsorgung von Kraftwerksreststoffen“, erläutert Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung der STEAG GmbH.

„Mit dem Erwerb dieser Anlagen gelingt es uns einerseits unser Portfolio durch zusätzliche grundlastfähige Erzeugungskapazitäten, die zu 50 Prozent CO²-neutral eingestuft sind, zu ergänzen. Damit erhöhen wir den Anteil erneuerbarer Strom- und Wärmeproduktion in unserem Portfolio. Andererseits weiten wir durch den strategischen Markteintritt unsere Geschäftsaktivitäten im Waste to Energy Markt aus.“ Alle Aktivitäten rund um den Müllverbrennungsmarkt werden künftig in einem neuen Tochterunternehmen, der STEAG Waste to Energy GmbH, gebündelt.

STEAG ist darüber hinaus durch sein Tochterunternehmen, STEAG New Energies, einer der großen Akteure in der thermischen Biomasseverwertung. Bundesweit setzt das Unternehmen derzeit in elf dezentralen Anlagen rund 550.000 Tonnen Biomasse, hauptsächlich Altholz, ein. Die dabei erzeugte Wärme wird in Fernwärmenetze eingespeist oder aber als Prozessdampf an die Industrie geliefert.

Doch nicht nur für das Erzeugungsportfolio der STEAG ergeben sich mit dem Erwerb der Anlagen neue Möglichkeiten: Auch für die STEAG-Tochterunternehmen, STEAG Power Minerals (SPM) und STEAG Technischer Service (STS), sieht Rumstadt Potential: „Die STEAG Power Minerals ist Marktführer im Bereich der Vermarktung von Kraftwerksnebenprodukten, wie Flugasche, REA-Gips und Schmelzkammergranulat. Sie kann ihre Kompetenz auch bei diesem Projekt in einem neuen Marktfeld einbringen. Dies gilt genauso für STEAG Technischer Service, der ein breites Dienstleistungsangebot im Bereich der Instandhaltung mitbringt. Dies wollen wir zukünftig auch im Waste to Energy Markt platzieren.“

Quelle: STEAG GmbH