Deutsche Normungsstrategie: VDMA empfiehlt globalen Handel unter Normen

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Quelle: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)

Frankfurt/Main — Die Wettbewerbsfähigkeit des Maschinen- und Anlagenbaus ist auch abhängig davon, dass Technologien akzeptiert werden – national wie international. Wie mit Normen das Wissen über Stand der Technik festgeschrieben wird, wurde in der Deutschen Normungsstrategie entwickelt. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat sich in die Erarbeitung maßgeblich eingebracht.

Die Initiatoren der Deutschen Normungsstrategie (DNS) haben große Ambitionen zur strategischen Weiterentwicklung der Normung und Standardisierung in und für Deutschland. Ziel ist es, den globalen Handel durch Normung zu erleichtern und letztendlich den Stand der Technik in internationalen Normen festzuschreiben. „Technologien können an den Weltmärkten dann besonders einfach vermarktet werden, wenn international einheitliche Vorgaben existieren. Damit hier Chancengleichheit und damit Akzeptanz herrscht, ist ein transparentes Verfahren zur Erarbeitung der Normen erforderlich. Auf nationaler Ebene kann jeder mitmachen, der sich interessiert und sich einbringen, und dadurch die internationalen Ebenen beeinflussen,“ erläutert Dr. Burkhard Raith, Vorsitzender des VDMA Lenkungskreises Technikpolitik.

„Normung wirkt zudem staatsentlastend, wenn der Gesetzgeber sich auf die Vorgabe von grundlegenden Anforderungen beschränkt und die Details der Normung überlässt. Die direkt Wirtschaftsbeteiligten müssen entscheiden, was genormt wird. Umgekehrt heißt das aber auch, nicht jede Idee ist normungswürdig,“ fügt Burkhard Raith hinzu. Der Maschinen- und Anlagenbau besteht zu mehr als 85 Prozent aus kleinen und mittleren Unternehmen; insgesamt sind 99 Prozent der deutschen Unternehmen Mittelständler. Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind die Ressourcen für Normung begrenzt. Sie können sich nur in Normungsprojekte einbringen, die aus ihrer Sicht sinnvoll sind. „Da die Normung wirtschaftsgetragen ist, muss sie sich auf die Belange der KMU stärker einstellen. Die Deutsche Normungsstrategie adressiert dies deutlich. Nun gilt es, die praktische Umsetzung proaktiv voranzutreiben,“ sagt Raith.

Mit der Umsetzung der DNS kann sich für die Praxis der Normung und die Normanwendung einiges ändern. Der Neue Rechtsrahmen (New Legislative Framework) kann auf zusätzliche geeignete Bereiche ausgedehnt werden. Andere interessierte Regionen können dieses erfolgreiche Model übernehmen. Ebenso ist eine zielgerichtete Beteiligung von Experten aus KMU und die Verbesserung der praktischen Anwendung von Normen vorgesehen.

Quelle: VDMA Technik und Umwelt