bvse fordert: Qualitätsgerechtes Recycling für Elektroaltgeräte „von Anfang an“

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bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock (Foto: bvse)

Bonn — Fairer Wettbewerb, Transparenz und deutschlandweit einheitliche Kontrollen versprach sich die Branche vom neuen Elektro- und Elektronikgerätegesetz, doch bisher ist noch keine Trendwende erkennbar. Dies wurde auf dem 15. Elektro(nik)-Altgerätetag des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. in Wolfsburg deutlich.

„Noch immer sind nicht alle Rechtslücken geschlossen. Zusätzlich belasten Materialschlupf, schlechte Erfassungsqualitäten sowie kommunalfreundliche Rahmenbedingungen die privaten Entsorgungs- und Recyclingunternehmen. Anhand der Statistikmeldungen der EAR wird deutlich, dass es bislang keine signifikanten Steigerungen bei den Erfassungsmengen gegeben hat“, kritisierte Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

„Qualität von Anfang an“ ist auf dem Weg von der Abfall- zur Rohstoffwirtschaft eines der zentralen und dringlichsten Themen für das Elektro-Altgeräterecycling, betonte Rehbock. Denn wenn man das Ziel ins Auge fasse, die Effizienz der Ressourcennutzung zu verbessern und den Austrag von Schadstoffen zu verhindern, dann sollte man damit auch am Anfang der Kette, also bei der Erfassung, beginnen. Eine alleinige Betrachtung der Altgeräte-Behandlung greife dabei zu kurz.

Nach Meinung des bvse-Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling müsse daher die Erfassung der einzelnen Materialgruppen noch besser auf die Bedürfnisse des Recyclings abgestimmt werden. Der bvse hat sich deshalb klar für eine Separierung von Flachbildschirmen in der Sammelgruppe drei ausgesprochen. Diese Verbesserung sollte bei einer Überarbeitung der gesetzlichen Grundlagen unbedingt angegangen werden. Der gemeinsame Transport von quecksilberhaltigen Flachbildschirmen mit CRT-Geräten sei nicht fachgerecht.

Die Erstbehandlungsanlagen hätten in Verfahren investiert, Quecksilber sicher zu entfernen. „Ist das Kind aber schon bei Erfassung und Transport in den Brunnen gefallen, lassen sich diese Fehler in der Aufbereitung nicht mehr korrigieren. Verlierer dieser Entwicklung sind einerseits die Umwelt und andererseits die Erstbehandlungsanlagen, denn gefährliche Schadstoffe werden nicht nur unkontrolliert freigesetzt, sondern auch eine hochwertige Verwertung erschwert und damit eine sinnvolle und mögliche Wertschöpfung stark behindert“, warnte der bvse-Hauptgeschäftsführer.

Der bvse erwartet daher auch einen konsequenten Vollzug durch die zuständigen Behörden. „Es muss kontrolliert werden, ob die Sammlung und Erfassung der Altgeräte fachgerecht und gesetzeskonform erfolgt, und gleichzeitig muss gegen ‚illegales Abgreifen von Altgeräten‘ konsequent vorgegangen werden“, verlangte Eric Rehbock vor den über 100 Teilnehmern des bvse-Elektro(nik)-Altgerätetages.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.