Bernhard Böcker-Riese: Altholz durch Heizkraftwerk kaskadisch nutzen

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Holt Maximum aus Altholz heraus: Bernhard Böcker-Riese (Foto: VDI / Fabian Stürtz)

Düsseldorf — Altholz ist ein nachhaltiger Energieträger, doch sein Potenzial wird noch zu wenig genutzt. Bernhard Böcker-Riese hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, das Maximum aus diesem Rohstoff herauszuholen. Das von ihm entwickelte Heizkraftwerk im Schweizer Kanton Nidwalden versorgt über 2.000 Haushalte mit sauberer Energie.

Sein erstes Großprojekt verwirklichte Bernhard Böcker-Riese 2007 mit dem Heizkraftwerk im Schweizer Kanton Nidwalden. Nach dem Prinzip der Kraftwärmekopplung (KWK) wird dort mit Altholz zunächst sauberes Gas erzeugt, aus dem völlig CO2-neutral Wärme gewonnen wird. Mit dem Gas werden darüber hinaus Motoren angetrieben, die Strom und nochmals Wärme erzeugen. Böcker-Riese spricht in diesem Zusammenhang von kaskadischer Nutzung. „Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der zuerst als vielseitiges Baumaterial dient und dann zur sauberen Energieerzeugung. Beim Einsatz von Waldholz kann aus dem Rest zudem hochwertiger Dünger gewonnen werden. Ein wirklich nachhaltiger Kreislauf.”

Gesamtwirkungsgrad bei nahezu 80 Prozent

Heute bringt es das Heizkraftwerk Nidwalden auf eine Nennleistung von 1,2 MW und 8.000 Betriebsstunden pro Jahr. Damit können über 2.000 Haushalte mit Energie versorgt werden. Größenordnungen, die verdeutlichen, warum die dezentrale Biomasseverstromung im Energiemix der Zukunft für Bernhard Böcker-Riese inzwischen eine ernstzunehmende Alternative darstellt. „Und auch der Gesamtwirkungsgrad des Kraftwerkes kann sich sehen lassen”, berichtet Böcker-Riese stolz, „der liegt inzwischen bei nahezu 80 Prozent. Ein beachtlicher Wert, wenn man bedenkt, dass der Wirkungsgrad herkömmlicher Grundlastkraftwerke ohne Wärmenutzung oft nicht mehr als 40 Prozent beträgt.”

Mittlerweile hat Bernhard Böcker-Riese sein eigenes Ingenieurbüro mit Sitz in Luzern. Die Holzverstromung Nidwalden betreut er auch heute noch. „Das Kraftwerk ist sozusagen mein Baby. Ich kenne jede Schraube der Anlage, bin der direkte Ansprechpartner für alle technischen Fragen und freue mich, wenn das auch in Zukunft so bleibt.”

Der VDI stellt Böcker-Rieses Geschichte in einem Video in seiner Kampagne „Ingenieurgeschichten“ vor. 

Quelle: Verein Deutscher Ingenieure e.V. ⋅