Erfolgreiche Jahrestagung in Mannheim: BDSV rüstet sich für die Zukunft

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Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV)

Düsseldorf — Die Zukunft der Stahlrecyclingbranche war das Leitthema der BDSV-Jahrestagung, die vom 2. bis 3. November 2016 in Mannheim stattfand. In zahlreichen Foren und Gastvorträgen konnten sich die Mitglieder der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e. V. über die Positionierung ihrer Unternehmen in Zeiten schwieriger Marktlage informieren. Neben den zahlreichen Fachthemen war die Tagung auch in diesem Jahr wieder ein erfolgreiches Gettogether der Stahlrecyclingbranche.

In Forum I referierte Dr. Andre Baumann, Staatsekretär im baden-württembergischen Umweltministerium, zum Thema „Recyclingwirtschaft – Markt und Möglichkeiten“. Dabei hob er die Bedeutung der Stahlrecyclingunternehmen in Deutschland hervor und skizzierte zukünftige Entwicklungen in der Branche. Während der anschließenden Diskussion äußerten sich zahlreiche Mitglieder besorgt über die Verfrachtung tausender Altfahrzeuge, die eigentlich in Deutschland fachgerecht entsorgt werden müssen, ins außereuropäische Ausland. Ferner wurde der Trend der fortschreitenden Kommunalisierung im Bereich der Recyclingwirtschaft stark kritisiert. Trotz aller Kritik gab sich Staatssekretär Baumann am Ende der Diskussion versöhnlich: „Wenn in anderen Bereichen der Rohstoffverwertung ähnlich zuverlässig gearbeitet würde wie in der Stahlrecyclingbranche, würden wir ruhiger schlafen.“

Schwerpunkt des Forums II waren unternehmerische Aspekte: Mit ihrem gemeinsamen Vortrag „Unternehmer in schwierigen Zeit – kann Restrukturierung helfen?“ informierten die erfahrenen Wirtschaftsreferenten Björn Voigt und Thomas Funcke von der Unternehmensberatung Active M&A Experts GmbH sowie Rechtsanwalt Dr. Dirk Andres die Fachbesucher. Im Mittelpunkt ihrer Expertise standen die insolvenzrechtlichen Instrumente Eigenverwaltung und Schutzschirm. Zunächst, so die Referenten, müsse jedes Unternehmen eine sorgfältige Eigenanalyse vornehmen. Es sei wichtig herauszufinden, ob das Unternehmen seine Wertschöpfungsmöglichkeiten richtig nutze und die eigene Betriebsorganisation noch angemessen sei.

In seinem Gastvortrag berichtete Eugen Weinberg, Leiter der Rohstoffanalyse bei der Commerzbank AG, über aktuelle Entwicklungen im Rohstoffbereich. Insbesondere die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Chinas wird nach Erkenntnissen Weinbergs den weltweiten Rohstoffmarkt bestimmen. In der ordentlichen Mitgliederversammlung standen die Geschäftsberichte des BDSV Vorstands auf dem Programm. Hierzu referierten Präsident Andreas Schwenter, Hauptgeschäftsführer Dr. Rainer Cosson und Schatzmeister Günter Gottschick über die Entwicklungen im Verband.

Mit Spannung erwartet wurden die Ergebnisse der ersten umfassenden Studie zum Thema „Zukunft Stahlschrott“. Von der BDSV e. V. in Auftrag gegeben und vom renommierten Institut Fraunhofer UMSICHT durchgeführt, ist dies die erste umfassende Untersuchung über die Rolle des Stahlrecyclings in Deutschland. Dr. Ing Markus Hiebel, Abteilungsleiter Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement von Fraunhofer UMSICHT, stellte den Besuchern die wesentlichen Ergebnisse der Studie vor. Die Studie in der Lang- und Kurzversion, sowie weitere interessante Informationen stehen auf der BDSV Webseite www.studie.bdsv.de zum Download bereit.

Abschließend berichtete BDSV Präsident Andreas Schwenter über seine Erfahrungen in seinem ersten Amtsjahr. Im Mittelpunkt stand dabei die angestrebte verstärkte Positionierung der BDSV in Politik und Gesellschaft. Andreas Schwenter: „Um weiterhin unseren wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zur Ressourceneffizienz leisten zu können, ist ein wirtschaftsfreundliches Umfeld unabdingbar.“

Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e. V. (BDSV)