Deutscher Umweltpreis mahnt: Ressourcen besser schützen und nachhaltiger nutzen

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DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann (2.v.r.) übergab den Umweltpreises an (v.l.) Walter Feeß, Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke und Bas van Abel (Foto: © DBU/Peter Himsel)

Würzburg — Der Deutsche Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist zum 24. Mal vergeben. Der Unternehmer Bas van Abel sowie die Wissenschaftlerin Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke und der Unternehmer Walter Feeß nahmen aus den Händen von Bundespräsident Joachim Gauck und der DBU-Kuratoriumsvorsitzenden und Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, in Würzburg den höchstdotierten, unabhängigen Umweltpreis Europas in Empfang. Van Abel erhält 250.000 Euro. Die zweite Hälfte des Preisgeldes teilen sich Mettke und Feeß.

Die DBU will mit der Auszeichnung der Pioniere und kreativen Wegbereiter für den Schutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Rohstoffe darauf hinweisen, dass entschlossenes Handeln zwingend nötig ist, um die Lebensgrundlagen des Planeten auch für zukünftige Generationen zu sichern. Die Erde werde in Teilen schon jetzt über ihre Belastungsgrenzen hinaus strapaziert.

Längerer Lebenszyklus für Smartphones und Beton

Die DBU würdigte den Gründer und Geschäftsführer von Fairphone B.A., Bas van Abel, weil er in der Informations- und Kommunikationsbranche neue Wege gefunden habe, um dem übersteigerten Verbrauch von Handys und Smartphones entgegenzutreten. Angelika Mettke von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und Walter Feeß, Geschäftsführer der Heinrich Feeß Erdbau GmbH & Co. KG, trieben den Einsatz von wiederverwertbaren Betonteilen und Recycling-Beton voran. In beiden Branchen zerstöre der Abbau von Rohstoffen flächendeckend wertvolle Lebensräume. Es gebe aber Möglichkeiten, diese Nutzung zu drosseln, indem auf einen längeren Lebenszyklus der Produkte – seien es Smartphones oder Beton – gesetzt werde. (Recyclingportal hat die Preisträger bereits vor einigen Tagen vorgestellt.)

Umgang mit Ressourcen bewusster angehen

Die Preisträger selbst machten in Filmen, die während des Festaktes eingespielt wurden, ihre Positionen und Einstellungen noch einmal deutlich. Bas van Abel unterstrich, seine Vision sei, dass Unternehmen ihre Geschäftsmodelle und ihren Umgang mit Ressourcen bewusster angingen: „Jetzt ist es doch leider so: ökonomisch geht es aufwärts, ökologisch geht’s aber den Bach runter. Wir müssen das ins Gleichgewicht bringen. Wirtschaft und Ökologie müssen sich zusammentun, Hand in Hand gehen. Das ist für mich die Zukunft.“ Wir wüssten zwar um die schlimmen Arbeitsbedingungen, unter denen verschiedene Mineralien, die für Smartphones benötigt werden, gewonnen würden. Wir wüssten „um die ganz alltägliche Kinderarbeit“, dass es keine faire Mine im Kongo gebe, dort Krieg herrsche und Menschen nichts zu essen hätten, „aber wir sehen die Verbindung zwischen den Produkten und diesem Elend nicht mehr“. Deshalb sei es für ihn das Wichtigste gewesen, auf diese Zusammenhänge hinzuweisen.

Jährlich zwei Millionen Tonnen Bauschutt vermeidbar

Angelika Mettke forderte, es müsse bei den Menschen ein Umdenken einsetzen. Die Ressourcen, die nicht unendlich verfügbar seien, müssten viel sorgfältiger und besser genutzt werden. Sie habe einmal überschlagen, dass jährlich zwei Millionen Tonnen Bauschutt vermieden werden könnten, wenn die Betonplatten wieder eingesetzt würden. Nur: Von diesen potenziellen Material-, aber auch den Energieeinsparungen spreche niemand. Auch die Qualität der Betonelemente werde immer wieder in Frage gestellt. Dabei habe sie „über tausend Betonelemente geprüft, unterschiedliche Bautypen“ und „sensationelle Festigkeitswerte feststellen können“.

Verantwortung gegenüber kommenden Generationen

Auch Walter Feeß kritisierte, dass er sich „oft alleine gelassen“ fühle und immer kämpfen müsse. Die Akzeptanz von Recycling-Material und -Beton sei nicht so leicht zu erreichen. Dabei lägen die Vorteile auf der Hand. Sein Unternehmen bereite Abfälle wieder auf, wo sie anfallen. Das spare „enorm viele Lkw-Kilometer“ und verringere Transportwege, Lärm, Kohlendioxid- und Feinstaubausstoß. Feeß: „Ein Riesenvorteil für unsere Umwelt.“ Er hoffe und wünsche sich, dass der Staat seiner Vorbildfunktion öfters gerecht werde und seine Gebäude in Recyclingbeton baue, denn dann „zieht der Privatmann umso schneller nach“. Seine Vision sei, „dass die Leute irgendwann mal infiziert werden und wissen, es gibt keine Alternative. Wenn wir die Klimaschutzziele erreichen wollen, wenn wir die Verantwortung gegenüber unseren kommenden Generationen gerecht werden wolle, dann müssen wir mehr unsere Abfälle verwerten.“

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)