Thermische HBCD-Entsorgung in der Müllverbrennung: Bayern hat keine Einwände

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Augsburg — Bei HBCDD-haltigen Dämmmaterialien handelt es sich – unabhängig vom Vorliegen eines abfallrechtlichen Gefährlichkeitsmerkmals – um Abfälle zur Verwertung. Sofern diese Abfälle nicht aus privaten Haushalten stammen, obliegt ihre Entsorgung dem freien Markt. Somit bestehen aus fachlicher und rechtlicher Sicht auch weiterhin keine Einwände gegen die energetische Verwertung von HBCDD-haltigen Dämmmaterialien in bayerischen Müllverbrennungsanlagen.

Zu diesem Schluss kommt ein Papier mit Vollzugshinweisen, das Hilfestellung bei der Entsorgung Hexabromcyclododecan-haltiger Dämmmaterialien leisten soll. Es wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz erarbeitet.

Die Vollzugshinweise beziehen auf den Entsorgungsweg, die Abfalleinstufung gemäß Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) und mögliche Erleichterungen bei der Nachweisführung gemäß Nachweisverordnung (NachwV).

Zum Entsorgungsverfahren erklärt das Papier:

  • Thermische Verwertung oder Beseitigung in Müllverbrennungsanlagen: Eine Verbrennung in diesen Anlagen ist nach übereinstimmender Auffassung auch weiterhin der einzige Weg, die in den Abfällen enthaltenen HBCDD sicher und umweltgerecht zu zerstören.
  • Verbrennungsversuche am Müllheizkraftwerk Würzburg im Jahr 2013 verliefen hinsichtlich der Zerstörung der HBCDD positiv. In einer Müllverbrennungsanlage ist damit gewährleistet, dass bei dosierter und kontrollierter Zugabe zum Restmüll keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu besorgen sind.
  • Müllverbrennungsanlagen in Bayern können HBCDD-haltige Abfälle auch künftig grundsätzlich annehmen.
  • Gegebenfalls müssen HBCDD-haltige Dämmmaterialien für die thermische Verwertung in Müllverbrennungsanlagen aufbereitet werden.

Detailliertere Informationen zu Abfalleinstufungen, Erleichterungen bei der Nachweisführung gemäß NachwV, HBCDD-haltigen Abfällen aus privaten Haushalten und Immissionsschutz sowie Ergänzende fachliche und rechtliche Hinweise stehen unter lfu.bayern.de zur Verfügung.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt