Fairphone 2 mit Blauem Engel und Deutschem Umweltpreis ausgezeichnet

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Reparaturfähiger und langlebiger: das Fairphone 2 (Foto: Fairphone)

Berlin — Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert Hersteller von Smartphones dazu auf, ihre Geräte reparaturfähiger, langlebiger und sozialer in der Herstellung zu machen. Anlass dieser Forderung ist die Auszeichnung des aktuellen Fairphone 2 mit dem Umweltzeichen Blauer Engel durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Berlin. Durch die Zertifizierung von Smartphones mit dem Blauen Engel soll transparent gemacht werden, welche Geräte besonders nachhaltig sind.

„Das mit dem Blauen Engel ausgezeichnete Fairphone 2 bricht mit gängigen Konventionen und stellt die Langlebigkeit in den Vordergrund. Durch die Umsetzung einer modularen Bauweise können Verbraucher Ersatzteile problemlos selber einbauen ohne gleich das ganze Gerät austauschen zu müssen. Eine solche Bauweise vermeidet Elektroschrott, entlastet den Geldbeutel und sollte zukünftig von allen IT-Herstellern umgesetzt werden“, fordert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Die angekündigte Verleihung des Deutschen Umweltpreises an die Entwickler des Fairphone am kommenden Sonntag in Würzburg unterstreicht die Signalsetzung dieser Initiative für eine Branche, die hochpreisige Produkte so designt, dass sie nach wenigen Jahren Nutzung durch Neugeräte ersetzt werden müssen.“

Laut einer Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom besitzen in Deutschland mehr als 90 Prozent der über 14-jährigen ein Handy. Weil Mobiltelefone inzwischen von nahezu allen Altersgruppen genutzt und immer mehr von ihnen in Verkehr gebracht werden, ist es notwendiger denn je, deren Umweltauswirkungen zu senken und Sozialstandards bei der Herstellung zu verbessern. „In der IT-Branche sind die Arbeitsbedingungen beim Rohstoffabbau in Afrika oder der Produktfertigung in Asien häufig problematisch, weshalb die Entwicklung sozialer und ökologischer Standards ausgesprochen wichtig ist. Die Fairphone-Initiative hat in diesen Bereichen neue Maßstäbe gesetzt und die ethisch vertretbare Produktion von IT-Geräten zum Thema gemacht. Das Projekt hat eine Signalwirkung für die gesamte Elektronikbranche und sollte auch von anderen Geräteherstellern nachgeahmt werden“, betont der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer.

Neben den Auswirkungen in der Produktion und während der Gerätenutzung ist auch deren sachgerechte Entsorgung wichtig. Nach einer Bitkom-Studie von 2014 liegen in Deutschland mehr als 105 Millionen alte Handys in den Schubladen. Angesichts dieser Zahl ruft die DUH dazu auf, nicht genutzte Mobiltelefone zurückzugeben, um eine Wiederverwendung oder ein Recycling zu ermöglichen. Initiativen wie handysfuerdieumwelt.de von Telekom Deutschland und der DUH bieten eine unkomplizierte und kostenlose Rückgabemöglichkeit für ausgediente Geräte an. Ein Teil der ausrangierten Handys kann noch weiter verwendet werden und so die enorme Nachfrage nach neuen Geräten verringern. Durch das Recycling werden wertvolle und strategisch wichtige Metalle zurückgewonnen und der Bedarf an Neumaterialien reduziert.

Die Studie „Wie nachhaltig ist das Fairphone2?“ kann unter duh.de heruntergeladen werden.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)