BDE: HBCD-Krise könnte Bauen um bis zu 4.000 € pro Tonne verteuern

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Berlin — Vor erheblichen finanziellen Belastungen für Bauherren durch die anhaltenden Probleme bei der Entsorgung von HBCD-haltigen Abfällen hat der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft gewarnt.

BDE-Präsident Peter Kurth sagte. „Nach unseren Schätzungen droht den Bauherrn in Deutschland eine jährliche Mehrbelastung von bis zu 240 Millionen € im Jahr, wenn sich nichts ändert. Immerhin sprechen wir von bis zu 60.000 Tonnen Dämmstoffabfällen im Jahr und Verbrennungspreisen von bis zu 4.000 € pro Tonne – teilweise wurden sogar noch deutlich höhere Preise berichtet. Zum Vergleich: Vor Inkrafttreten der Regelung lagen die Preise bei rund 200 € pro Tonne Baumischabfall, in den auch Dämmstoffplatten hineingemischt werden durften.“

Kurth erneuerte seine Forderung, dass die Einstufung HBCD-haltiger Dämmstoffe als gefährlicher Abfall vom Bundesrat rückgängig gemacht werden müsse: „Die Länder müssen unbedingt dem Vorschlag des Bundesumweltministeriums folgen und im Bundesrat eine Entschließung zur Änderung der Abfallverzeichnisverordnung verabschieden.“ Ein Vorbild könnte Österreich sein. Dort gelten entsprechende Abfälle auch nicht als gefährlich. Kurth: „Ebenso wichtig ist aber auch, dass es in Deutschland zu keinem gesetzgeberischen Flickenteppich kommt: Wenn jedes Bundesland seine eigene Regelung einführen würde, kämen erhebliche Logistik-Kosten auf die Unternehmen zu.“

Quelle: BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.