Fischernetze zu Econyl: Recyclingsocken für sauberere Meere

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Healthy Seas birgt alte Fischernetze, Kaufland verkauft die daraus gefertigten Socken (Foto: obs/Kaufland Dienstleistung GmbH & Co. KG/Healthy Seas / Case Kassenberg)

Neckarsulm — 25.000 vergessene Fischernetze treiben allein in den europäischen Meeren, schätzt die Welternährungsorganisation FAO. Die Netze sind eine tödliche Gefahr für viele Meeresbewohner. Die Initiative „Healthy Seas“ und die Handelskette Kaufland unternehmen etwas dagegen: Healty Seas organisiert freiwillige Taucherteams, die herrenlose Fischernetze aus Nordsee, Adria und Mittelmeer bergen. Deren Material wird zu einem hochwertigen Garn verarbeitet; die daraus hergestellten Socken bringt Kaufland in seine Filialen.

„Healthy Seas“ wird durch das Europäische Kompetenzzentrum für Biodiversität und Nachhaltigkeit (ECNC) koordiniert und hat ein nachhaltiges Verwertungssystem aufgebaut: Der italienische Partner Aquafil stellt aus den Netzen in einem Upcyclingprozess zusammen mit weiteren nutzbaren Reststoffen die hochwertige Textilfaser Econyl her, das niederländische Unternehmen Star Sock produziert daraus Socken.

Als Handelspartner schließt Kaufland die letzte Lücke in dieser europäischen Öko-Kooperation: „Damit die Initiative auch wirtschaftlich funktioniert, müssen die Socken einer breiten Kundenschicht zugänglich gemacht werden. Diese Aufgabe übernehmen wir mit unseren Märkten“, erklärt Hergen Blase, Leiter CSR bei Kaufland. „Der Schutz der Meere und seiner Lebewesen hat für Kaufland eine große Wichtigkeit. Wir haben nicht nur vorrangig zertifizierte Fischprodukte aus nachhaltiger Fischerei im Angebot, sondern können nun mit einem weiteren Produkt auch das Engagement für die Entmüllung der Meere fördern.“

Indem die ausgedienten Fischernetze in hochwertige Textilien verwandelt werden, bekommt die Öko-Initiative „Healthy Seas“ eine wirtschaftliche Perspektive: Die dem Oekotex-Standard 100 entsprechenden Produkte bestehen zu 25 Prozent aus der recycelten Polyamid-Faser Econyl, zu 73 Prozent aus zertifizierter Bio-Baumwolle und zu zwei Prozent aus Elastan. „Uns hat überzeugt, wie hier mit der richtigen Idee Meerestiere geschützt und aus recycelten Fischernetzen ein rundum nachhaltiges Produkt hergestellt werden kann“, begründet Hergen Blase die Entscheidung, die Socken in das Angebot von Kaufland aufzunehmen.

Dank Kauflands Beteiligung an der europäischen Kooperation findet das Produkt seinen Weg zu den Verbrauchern. „Wir freuen uns, die Initiative bekannter zu machen und durch den Verkauf der Econyl-Produkte diese vorbildliche Wertschöpfungskette zu vervollständigen“, betont Hergen Blase.

Quelle: ots – Presseportal