Leichter, sparsamer, effektiver: Telematik

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Telematik – ein Kunstwort aus Telekommunikation und Informatik – klingt kompliziert. Aber sie erleichtert Routenführung, Behälterverwaltung, Fahrzeugeinsatz, Fuhrparkmanagement und Unternehmensstatistik. Der Telematik-Anwendertag beim WFZruhr im Februar zeigte die Anwendungsmöglichkeiten der Telematik in der alltäglichen Praxis.

Telematik kann ganz einfach sein, meinte Daniel Thommen, Geschäftsführer der Schweizer LOSTnFOUND AG aus Adliswil. Obwohl die von ihm präsentierten Systeme Lenticus, Opacus und Status lediglich Frühstücksdosen- bis Handy-groß sind, ermöglichen sie je nach Gerät eine annähernd lückenlose Überwachung über die damit bestückten Fahrzeuge. Mit einstellbaren Intervallen zwischen 60 Sekunden und zehn Minuten können sie sie aktuelle Statusinformationen wie Positionsdaten, Geschwindigkeit und Fahrtrichtung melden oder sich – falls kein Netz vorhanden ist – bis zu 150.000 Positionen über die sogenannte Geo-Zonen-Speicherung merken. Fällt die Stromversorgung der Geräte aus, sorgt eine Backup-Batterie bis zu 200 Stunden für Überbrückung.
Alarm ausgelöst

Sollte der Wagen unrechtmäßig abgeschleppt werden, löst ein Bewegungssensor einen Alarm aus. Alarmierend wirken auch tiefe Batteriespannung, Unterbrechung der Stromversorgung, Manipulationen an der Antenne und die Entfernung des Geräts aus dem Fahrzeug. Dabei können – aus Datenschutzgründen – die Berichtsangaben von Fahrzeugen auch auf bestimmte Zeiten beschränkt werden; dieser „Privatsphären-Modus“ sei sogar während der Arbeitszeiten möglich; übergeordnete Alarme bleiben während diese Phase weiter aktiviert.

Selbstverständlich stehen per Software umfangreiche Protokoll- und Analysefunktionen für Bewegungsabläufe, komprimierte Baustellen- und Jahresfahrten-Berichte, mögliche Wartungsprotokolle sowie ein automatisiertes Dokumentendaten-Management zur Verfügung. Die gespeicherten Daten können zu Aktivitätsberichten herangezogen werden, Auskünfte über Profil und Geschwindigkeit gefahrener Wegstrecken geben, zur Übersicht über den Fahrzeugeinsatz an verschiedenen Unternehmens­standorten dienen oder ein Bewirtschaftungsprofil angefahrener Standorte zum Beispiel von Containern liefern.
Schnelle Amortisierung

Die Plattform ist zehnsprachig und intuitiv zu bedienen. Die Kosten für die Systeme der Schweizer Telematikfirma,  rechnete Daniel Thommen vor, setzen sich aus Endgerät, SIM-Karte und On-Site-Service zusammen, könnten sich aber – je nach System – auch schon innerhalb von zwei Monaten amortisiert haben: unter anderem durch Effizienzsteigerung der Fahrzeugflotte und vereinfachte Nachweise von Arbeitsprozessen.   Allerdings, verriet Thommen abschließend, zähle beim Nutzen von Telematik die „Transparenz“ mehr als die Kosten. Eine Umfrage der LOSTnFOUND ergab, dass als Kriterium zur Beschaffung eines Systems knapp 50 Prozent ihre Anbindung an das bestehende EDV-System, gut 60 Prozent Einfachheit der Installation und 65 Prozent das Preis-Leistungs-Verhältnis sahen. 75 Prozent wählten ihr Telematik-System aufgrund Einfachheit der Bedienung …
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Lesen Sie mehr in der EU-Recycling Ausgabe 04/2014, Seite 56-59.

Quelle: EU-Recycling