Die Lage auf den internationalen NE-Metallmärkten

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Metall-Shredder (Foto: O. Kürth)

Aluminium, Kupfer, Zink: Ein Bericht von der VDM Pressekonferenz am 11. März in Berlin. VDM Präsident Thomas Reuther (Trimet Aluminium SE), VDM Vizepräsident Peter Haslacher (Metallhandelsgesellschaft Schoof & Haslacher mbH & Co. KG) und die VDM Vorstandsmitglieder Volker Pawlitzki (Aurubis AG) und Dieter Likuski (Wilhelm Grillo Handelsgesellschaft mbH) informierten zur Lage auf den internationalen NE-Metallmärkten.

Aluminium (Thomas Reuther, Peter Haslacher)

Aufgrund des insbesondere bei der heimischen Automobilindustrie positiven Konjunkturverlaufs und des deutlich gestiegenen Einsatzes von Aluminium bewegt sich die Nachfrage nach Aluminiumhalbzeugen und -produkten auf einem hohen Niveau. Da jedoch insbesondere in Süd- und Osteuropa aufgrund des dort noch schleppenden Konjunkturverlaufs Herstellungs- und Verarbeitungskapazitäten Auslastung suchen, drängen diese Anbieter verstärkt mit Niedrigstpreisen in den deutschen Markt. Dies führt zu einem starken Preiswettbewerb einhergehend mit Druck auf die Verarbeitungsmargen.

Obwohl die LME-Notierung für Hüttenaluminium sich auf niedrigem Niveau bewegt, zögern Verbraucher mit längerfristigen Eindeckungen ihres Bedarfs. Grund hierfür ist neben der weiterhin bestehenden Unsicherheit über die weitere konjunkturelle  Entwicklung das  Prämienniveau für verzolltes  Hüttenmetall, das sich auf einem Rekordniveau von über 300  Euro pro Tonne bewegt. Der Grund für diese sehr hohe Prämie ist, dass der Großteil der in Lagerhäusern eingelagerten über 5,0 Millionen Tonnen Aluminium sich in den Händen von Finanzinvestoren befindet, die wiederum die – gemessen am marktüblichen Zinssatz für Geldanlagen – deutlich bessere Verzinsung bei Aluminium nutzen. Dies führt dazu, dass Aluminium zwar ausreichend vorhanden, die Verfügbarkeit für Verbraucher jedoch knapp ist. Die Frage ist: Was passiert mit dem Aluminiumpreis und den Prämien, wenn sich die Investoren von ihren Beständen trennen. Obwohl sich das Schrottaufkommen in Deutschland nach wie vor auf einem stabilen und hohen Niveau bewegt, ist insbesondere bei den sogenannten Halbzeugschrotten eine deutliche Verknappung zu spüren. Hierfür gibt es vielfältige Gründe, unter anderem

  • haben Produzenten mit eigenem Schrottentfall, den sie früher in den freien Markt verkauft haben, eigene Schmelzkapazitäten aufgebaut, um hier eine höhere Wertschöpfung im Hause zu erzielen;
  • wurden in den letzten Jahren bei integrierten Aluminiumweiterverarbeitern die Einschmelzkapazitäten deutlich erweitert;
  • erhöhen Weiterverarbeiter mit eigenen Schmelzaggregaten (hier insbesondere Profil- und Blechhersteller) den Anteil an Schrotten zur Substitution von Hüttenaluminium (Gründe siehe oben) und damit zur Optimierung der Margen;
  • hat sich die Nachfrage aus dem europäischen Ausland nach Schrotten aufgrund der dort – verbunden mit der schwächeren Konjunktur – geringer anfallenden Schrottmengen deutlich erhöht;
  • Aluminiumschrotte, die in der Vergangenheit hauptsächlich von Umschmelzwerken zur Produktion von Umschmelzlegierungen eingesetzt wurden, vermehrt auch von den sogenannten Remeltern zur Substitution von knappen Halbzeugschrotten nachgefragt werden …

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Lesen Sie mehr in der EU-Recycling Ausgabe 04/2014, Seite 44-46.

 

Quelle: EU-Recycling / VDM