Senkrechter Fermenter: EnviTecs HighGester senkt Inputkosten um zehn Prozent

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Plugflow- ("Propfenstrom-") Fermenter HighGester (Foto: EnviTec Biogas AG)

Lohne — Eine neue Fermentertechnologie namens HighGester hat der niedersächsischen Biogas-Allrounder EnviTec Biogas entwickelt. Seit neun Monaten im Praxisbetrieb, spart der senkrecht stehende Plugflow-Fermenter aktuell über zehn Prozent seiner Inputkosten. Auch die Betriebskosten sind gegenüber einem herkömmlichen, volldurchmischten Fermenter geringer: „Da die Faulsuspension hierbei nicht volldurchmischt wird und das Volumen kleiner ist, benötigt diese Technologie weniger Strom und Wärme“, erklärt EnviTec-Technikvorstand Jürgen Tenbrink.

Von Vorteil seien zudem die kürzeren Verweilzeiten des Gärsubstrats: „In Untersuchungen haben wir festgestellt, dass auch bei Verweilzeiten von nur etwa 20 Tagen die Gasausbeute nicht geringer wird“, ergänzt Tenbrink. Dies bedeutet im Gegenzug, dass auch die Raumbelastung auf das mehr als Dreifache gesteigert werden konnte, ohne dass es dadurch zu Problemen in der Biologie kam. Das erklärt sich dadurch, dass in dem „Propfenstrom-Fermenter“ alle Prozessphasen nacheinander – räumlich und zeitlich getrennt – in ihrem jeweils optimalen Milieu ablaufen können, was bei einem volldurchmischten Fermenter nicht der Fall ist; dort laufen alle Phasen des Prozesses simultan ab. Neben der hohen Leistungsfähigkeit des Systems werden zudem auch höhere Methangehalte erzielt.

Geringere Betriebs-, Input- und Wartungskosten

Durch die neuartige Fermenter-Technologie der EnviTec Biogas AG sollen darüber hinaus höhere Trockensubstanzgehalte gefahren werden können, was auch einen größeren Einsatz von schwierigeren aber kostengünstigere Einsatzstoffen wir beispielsweise Geflügel- oder Tretmist erlaubt. Sowohl in den Technikumsversuchen, die schon vor einigen Jahren durchgeführt wurden, wie auch in der jetzigen großtechnischen Anlage mit 900 m3 Volumen hat sich laut Hersteller die Biologie als äußerst robust erwiesen. Der Fermenter konnte innerhalb von 24 Stunden auf Nennlast hochgefahren werden, ohne dass es zu Störungen kam.

Neben den geringeren Betriebs- und Inputkosten soll der HighGester zudem durch minimale Wartungskosten punkten, unter anderem, weil außer dem Zentralrührwerk keine drehenden Teile im Fermenter verbaut werden. Für die Entwicklung dieser Technologie erhält EnviTec Biogas noch bis Anfang 2018 Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Im Rahmen eines sogenannten ZIM-Projektes wird hierbei ein umfangreiches Versuchsprogramm gefahren, an dessen Ende ein für verschiedene Betriebsweisen optimiertes System stehen soll. Die dabei gewonnenen Daten werden zu einer betriebswirtschaftlichen Beurteilung genutzt, so dass die anschließenden Verwertungsmöglichkeiten dem Ministerium offengelegt werden können.

Quelle: EnviTec Biogas AG