Entsorgungsnotstand: BDE fordert schnelles Handeln in Sachen HBCD

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Berlin — Seit zehn Tagen herrscht Entsorgungsnotstand in Deutschland: Die meisten Müllverbrennungsanlagen dürfen HBCD-haltiges Dämmmaterial wegen einer neuen Regelung nicht mehr annehmen. Als Folge bleiben Entsorger und Baubetriebe auf Dämmstoffabfällen sitzen. Eine fachgerechte Entsorgung ist derzeit vielerorts nicht möglich. Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. fordert deshalb die Bundesländer nachdrücklich auf, schnell und pragmatisch zu handeln.

„Diese Situation ist für niemanden tragbar. Wenn ein ganzer Entsorgungsweg zum Erliegen kommt, leiden darunter alle Beteiligten. Der BDE bekräftigt deshalb seine Forderung, dass die Rechtslage schnellstmöglich korrigiert werden muss. Alles andere sind nur Behelfslösungen, die keinesfalls zum Dauerzustand werden dürfen“, betont BDE-Präsident Peter Kurth.

Außerdem warnte Kurth vor dem Entstehen wilder Müllkippen: „Das Schlimmste was passieren kann ist, dass die Dämmstoffplatten jetzt einfach in den Wald gefahren werden. Die Idee einer auf Umweltschutz bedachten Regelung für die Kreislaufwirtschaft würde so ad absurdum geführt werden.“

Für mehr Überblick in dieser Problemsituation sorgt die nachfolgende HBCD-Landkarte: Nach gegenwärtigem Kenntnisstand markiert sie farblich den aktuellen Lösungsfortschritt der einzelnen Bundesländer. Dazu sind die dem BDE bekannten Hausmüllverbrennungsanlagen (MVA) und Sonderabfallverbrennungsanlagen (SAV) aufgeführt, die HBCD-haltiges Styropor annehmen. In seinem Drei-Punkte-Plan formuliert der BDE pragmatische Lösungswege.

MVA, die HBCD-Abfälle annehmen (Quelle: BDE)
MVA, die HBCD-Abfälle annehmen (Quelle: Industrieverband Hartschaum / BDE)

Quelle: BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.