Sachsen: 2015 deutlich mehr kommunale Klärschlämme verbrannt

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Klärschlamm-Aufbereitung (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Kamenz — Bei der Reinigung häuslicher Abwässer fielen 2015 in den kommunalen Kläranlagen Sachsens 79.129 Tonnen Klärschlamm Trockenmasse an. Insbesondere aufgrund gestiegener düngemittelrechtlicher Anforderungen an die Qualität von Klärschlämmen hinsichtlich darin enthaltener Schadstoffgehalte wurden 33.734 Tonnen Trockenmasse (rund 43 Prozent) verbrannt. Gegenüber dem Vorjahr stieg diese Menge so auf das 1,8fache. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre zur verstärkten Nutzung der thermischen Entsorgung kommunaler Klärschlämme weiter fort.

Rund 89 Prozent der zuvor entwässerten bzw. getrockneten Klärschlämme gingen zur Mitverbrennung in Kohlekraftwerke, Zementwerke oder ausgewählte Abfallverbrennungsanlagen. Aufgrund der dafür deutschlandweit noch zu geringen Kapazitäten ging nur ein reichliches Zehntel der Klärschlämme in die Monoverbrennung.

Der überwiegende Mengenanteil der kommunalen Klärschlämme (42.939 Tonnen Trockenmasse = 54 Prozent) wurde stofflich verwertet. Wie sich bereits in den Jahren zuvor abzeichnete, verliert dieser Entsorgungsweg tendenziell weiter an Bedeutung. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich dieser Anteil um reichlich 20 Prozent. So kamen rund 28.113 Tonnen Klärschlamm Trockenmasse (knapp 66 Prozent) bei landschaftsbaulichen Maßnahmen zum Einsatz (z. B. Kompostierung, Rekultivierung). 10.596 Tonnen Klärschlamm Trockenmasse wurden als Dünger in der Landwirtschaft ausgebracht – das war die geringste Menge in den letzten acht Jahren. Weitere 4.230 Tonnen Trockenmasse gingen in die sonstige stoffliche Verwertung (z. B. Vererdung).

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen