IKB: Metallpreise im September wiederbelebt

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Stahlproduktion im Hüttenwerk (Foto: Kroll/Recyclingportal)

Düsseldorf — Die Weltrohstoffpreise legten im Verlauf des Septembers 2016 lediglich um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Aufgrund des weitgehend stabilen Wechselkurses fiel in Inlandswährung der Anstieg in etwa im gleichen Umfang aus. Zuletzt belebten sich vor allem die Metallpreise wieder. Derzeit zeichnet sich jedoch ab, dass die zu Jahresbeginn gehegten Hoffnungen auf einen nachhaltigen Abbau der Stahlkapazitäten in China sich wohl nicht erfüllen.

Lag die chinesische Rohstahlerzeugung im Januar dieses Jahres noch um rund 5 Prozent unter Vorjahresniveau, ist bis Ende August der Vorjahreswert schon wieder erreicht, sodass sogar im Gesamtjahr eine leicht höhere Erzeugung zu erwarten ist, meldet die IKB Deutsche Industriebank. Die angestrebte Kürzung der Überkapazitäten in China um 70 bis 100 Mio. t – welche maximal einem Viertel der chinesischen Überkapazitäten entsprechen würde – schlägt sich in der Inlandsproduktion jedenfalls noch nicht nieder. Eine fast analoge Entwicklung zeigt sich übrigens in der Aluminiumproduktion: Der Rückgang der Primär-Aluminiumerzeugung in China im ersten Quartal 2016 wurde bereits weitgehend ausgeglichen.

Stahl: Altschrotte weiter teilweise knapp

Nachdem die Weltrohstahlproduktion im ersten Quartal 2016 um 3,6 Prozent gesunken war, hat sich der Rückstand bis Ende August auf unter 1 Prozent verkürzt. Im Gesamtjahr erwartet de IKB eine Seitwärtsbewegung, für Deutschland und die EU eine leicht geringere Produktion. Die Schrottpreise blieben nach der Belebung im August weitgehend stabil. Dagegen notierten die Eisenerzpreise im Durchschnitt des Septembers leicht niedriger. Altschrotte sind weiter teilweise knapp. Die Weltrohstahlpreise für Flachprodukte verteuerten sich um 3 Prozent, Walzdraht legte um bis zu 5 Prozent zu, während Bewehrungsstahl um über 5 Prozent nachgab. Die Tendenz zeigt bis Ende 2016 einen Stahlpreisanstieg in Europa um bis zu 5 Prozent und bei Schrotten leichte Belebung, vorausgesetzt die Türkei-Nachfrage hält.

Recyclingaluminium-Preise oszillieren um 150 US-$

Die globale Produktion von Primäraluminium lag Ende August 2016 zwar noch 1 Prozent unter Vorjahr, hat aber den Großteil ihres schwachen Jahresstarts bereits kompensiert. Für 2016 sieht die IKB einen Anstieg auf bis zu 59 Mio. t, davon 32 Mio. t aus China. In Amerika sinkt die Produktion deutlich. Die Lagerbestände an der LME sanken im August auf 2,12 Mio. t, diejenigen der SHFE auf rund 84.000 t. Die investive Nachfrage ist im September zurückgegangen: Die Anzahl der Handelskontrakte reduzierte sich wieder auf das Augustniveau. In der Tendenz bewegen sich die Primär-Aluminiumpreise bis Ende 2016 um die Marke von 1.700 US-$ je Tonne mit einem Band von 150 US-$; die Preise von Recyclingaluminium oszillieren im gleichen Umfang.

Kupfer-Raffinadeproduktion um 3 Prozent gewachsen

Die weltweite Kupferminenproduktion expandierte im ersten Halbjahr 2016 um 4,5 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen lag weitgehend stabil bei 84,5 Prozent. Die Raffinadeproduktion wuchs um 3 Prozent, der weltweite Verbrauch legte um 5 Prozent zu. Im Gesamtjahr sollte ein Zuwachs von gut 2,5 Prozent erfolgen. Infolge des starken Verbrauchsanstiegs erwartet die IKB für 2016 ein Angebotsdefizit von 250.000 t. Die Vorräte an der LME liegen bei rund 370.000 t, diejenigen an der SHFE reduzierten sich auf 107.000 t. Die investive Nachfrage ging im September stark zurück: Die Anzahl der Handelskontrakte sank um ein Viertel. Tendenziell prognostiziert die IKB für die Kupfernotierung in den nächsten zwei Monaten weiterhin ein Band von 600 US-$ um die Marke von 4.900 US-$ je Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG