HBCD-haltige Abfälle: Berlin/Brandenburg scheint für die Entsorgung gerüstet

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Potsdam — HBCD-haltige Abfälle sind ab dem 30. September 2016 als gefährliche Abfälle eingestuft und unterliegen damit den Nachweispflichten der Nachweisverordnung (NachwV) sowie im Fall der Bundesländer Berlin und Brandenburg den Andienpflichten der dortigen Sonderabfallentsorgungsverordnungen. Dazu haben Berlin und Brandenburg im September 2016 ein Merkblatt der Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbH (SBB) herausgegeben. Auch scheint die Region für die neue Entsorgungssituation gerüstet.

Nach SBB-Angaben stehen in Berlin und Brandenburg mittlerweile drei Vorbehandlungsanlagen zur Verfügung, die die HBCD-haltigen Polystyrol-Dämmplattenabfälle annehmen können. Dort werden die Abfälle z. T. vorbehandelt bzw. gelagert und nachfolgend Verbrennungsanlagen zugeführt. Es besteht die Möglichkeit, diese Abfälle derzeit in zwei Abfallverbrennungsanlagen in Brandenburg zu entsorgen. Weiterhin werden 11 Sonderabfallzwischenläger in der Region betrieben, die für diese Abfälle die entsprechenden Genehmigungen besitzen und annahmebereit sind.

Darüber hinaus verfügen zur Zeit 25 Abfallbeförderer (z. B. Containerdienste) über Sammelentsorgungsnachweise, über die die Abfälle von den Baustellen abgeholt und zu den zugelassenen Entsorgungsanlagen transportiert werden können. Damit besteht speziell für Bau-, Handwerks- und Abbruchfirmen, bei deren Tätigkeit diese Abfälle anfallen, eine unkomplizierte Entsorgungsmöglichkeit. Eine aktuelle Liste der Firmen, die diese Abfälle als Entsorger oder Einsammler annehmen dürfen, ist ebenfalls auf der Internetseite der SBB zu finden.

Allerdings weist die SSB darauf hin, dass einige Aspekte im Entsorgungsprozess berücksichtigt werden müssen, um die knappen Verbrennungskapazitäten sinnvoll zu nutzen. Es sei unabdingbar, dass Polystyrol, das weder HBCD noch andere Schadstoffe enthält, – beispielsweise aus dem Verpackungsbereich – separat gehalten und den dafür zugelassenen Entsorgungswegen (als nicht gefährlicher Abfall) zugeführt werde. Alle Abfallerzeuger sollten die HBCD-haltigen Polystyrol-Dämmplattenabfälle nicht direkt den Verbrennungsanlagen zuführen, sondern die Vorbehandlungskapazitäten nutzen, um die Verbrennungskapazitäten zu schonen.

Weitere Informationen sind dem Merkblatt Entsorgungsmöglichkeiten für HBCD-haltige Polystyrol-Dämmplatten aus dem Baubereich (AS 170603*) unter sbb-mbh.de zu entnehmen.

Quelle: Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbH (SBB)