ZDB: Bauverband warnt vor Entsorgungsengpass bei Dämmstoffen

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Quelle: Zentralverband Deutsches Baugewerbe

Berlin — Nach Angaben der Bundesregierung fallen jährlich in Deutschland 230 Kilotonnen Dämmabfall an. Davon sind 42 Kilotonnen Dämmabfall in Form von Polystyrol und 35 Kilotonnen gemischter Baustellenabfall. Dämmstoffe mit dem Flammschutzmittel HBCD, die bei Wärmedämmverbund-Systemen eingesetzt werden, gelten ab Oktober 2016 als gefährlicher Abfall. Probleme können sich in der Entsorgung der Materialien im Neubau und der Modernisierung ergeben, warnt der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes.

„Wir benötigen dann aber dringend praktisch machbare Vollzugsregelungen und Lösungen zur rechtssicheren Entsorgung“, fordert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB).

Die bauausführenden Unternehmen berichten, dass nur noch wenige Hausmüllverbrennungsanlagen bereit sind, Polystyrol-Abfälle jeglicher Art anzunehmen. Die Hausmüllverbrennungsanlagen können die Annahme und Verwertung verweigern, denn das Angebot an Müll zur Verbrennung ist offenbar größer als die Nachfrage. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe hat in den letzten Jahren bereits mehrfach auf in der Fläche fehlende Verwertungswege, Deponie- und Entsorgungskapazitäten für Bauabfälle hingewiesen. Das führt dazu, dass Abfälle über weite Strecken, teilweise sogar ins Ausland, transportiert werden müssen, um überhaupt einen Entsorger zu finden. Leidtragende sind neben Umwelt Bauherren und Bürger, die durch diese verlängerten Wege mit zusätzlichem LKW-Verkehr, erhöhten Kosten und transportbedingten Emissionen (Lärm, Abgase) belastet werden.

„Wenn nicht kurzfristig eine Lösung für Beprobung, Trennung und Entsorgung gefunden wird, können Polystyrol-Dämmstoffe in naher Zukunft weder verarbeitet noch zurück gebaut werden. Das wäre ein fataler umweltpolitischer Rückschlag auf dem Weg zu energieeffizientem Wohnen und für das Erreichen der Energiewende“, urteilt Pakleppa.

Der Entsorgungsnotstand ist nach seiner Meinung bereits eingetreten. Es drohen immense wirtschaftliche Schäden, wenn Bauvorhaben wegen fehlender Entsorgungsmöglichkeiten von Polystyrolabfällen ins Stocken geraten.

Deshalb appelliert der Zentralverband an Bund, Länder, Anlagenbetreiber und Entsorgungswirtschaft, umgehend unbürokratische Lösungen zu schaffen. Dazu müssen eine Ausnahme von der Getrenntsammlungspflicht und unbürokratische Genehmigungsverfahren gehören, damit Hausmüllverbrennungsanlagen wieder Polystyrol-Abfälle verbrennen können, fordert Felix Pakleppa.

Quelle: Zentralverband Deutsches Baugewerbe