Fehlende Entsorgungsmöglichkeiten für flammgeschützte Styropordämmplatten

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Bonn — „Zahlreiche neue und geplante rechtliche Vorgaben haben uns in den vergangen beiden Jahren auf Trab gehalten und werden uns auch weiter begleiten. Aktuell belasten fehlende Entsorgungsmöglichkeiten für flammgeschützte Styropordämmplatten die Branche.

Mit der Überführung von HBCD in die sogenannte POP-Verordnung sind diese Abfälle zu gefährlichen Abfällen geworden und können über die etablierten Wege nicht mehr entsorgt werden. Verbrennungsanlagen lehnen die Verwertung mit Verweis auf die hohe Auslastung der Anlagen und dem Umstand, dass der neue Abfallschlüssel gar nicht genehmigt sei, ab. Wir sind der Auffassung, dass im Falle der Einführung neuer rechtlicher Regelungen erwartet werden darf, dass diese auch von den Betroffenen praktisch umsetzbar sind“, so der Vorsitzende und bvse-Vizepräsident Matthias Einsele auf der Mitgliederversammlung des Fachverbandes Ersatzbrennstoffe, Altholz und Biogene Abfälle.

Im Bereich Altholz kämpfen die Mitgliedsunternehmen ebenfalls zunehmend mit großen Absatzschwierigkeiten. Sehr angespannt ist die Situation insbesondere bei der thermischen Verwertung von A IV Holz. Die Altholzunternehmen stellen außerdem im Markt einen Recyclingholz-Überhang fest, der einerseits zu vollen Lagern und andererseits zu einem entsprechenden Preisdruck auf der Erlösseite führt.

Eine seiner Aufgaben sieht der Fachverband im Anstoßen einer Überarbeitung der Altholzverordnung. Ein weiteres Ziel ist die Schaffung von Instrumentarien zur durchgehenden Sicherung von Altholzqualitäten, die Abfallerzeuger, Aufbereiter und Verwerter gleichermaßen mit einbezieht. Ein erstes Angebot dazu bietet der bvse-Fachverband mit seinem Qualitätssiegel Altholzverwertung, das über die Anforderungen einer Entsorgungsfachbetriebszertifizierung hinausgeht und sich explizit den Fragestellungen des Altholzrecyclings widmet.

Im Bereich der Mitverbrennung wird sich der Fachverband weiterhin für die Differenzierung zwischen einer energetischen und einer hochwertigen energetischen Verwertung einsetzen. Um diese zu untermauern, hat der Fachverband eine Untersuchung beim CUTEC Institut in Auftrag gegeben, die die durchschnittlichen Energienutzungsgrade von Zementwerken, EBS-Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen fokussiert. bvse-Fachverbandsvorsitzender Matthias Einsele kündigte auf der Mitgliederversammlung an, dass die Ergebnisse in Kürze veröffentlicht und dann in die weitere politische Diskussion eingebracht werden.

Im Fachbereich Bioabfall will sich der Fachverband vor allem mit den Fragestellungen hinsichtlich der Novellierung des Düngerechts sowie der Novelle der Klärschlammverordnung befassen und diese politisch begleiten. Des Weiteren setzt sich der Fachverband für die Begrenzung der Störstoffgehalte bereits im Input zur Bioabfallbehandlungsanlage ein. Hier sei der Gesetzgeber gefordert, Vorsorge zu treffen. Denn einerseits werden die Anforderungen an die stoffliche Nutzung derzeit strenger geregelt und auch die Anforderungen der Gütesicherung steigen, demgegenüber sollen aber immer mehr Störstoffe in den Ausschreibungen akzeptiert werden. Dies ist nach Auffassung des Fachverbandes nicht tolerierbar. Die erfassenden Gebietskörperschaften müssen sich genauso wie die Behandlungsanlagen den Qualitätsanforderungen in der Behandlungskette stellen.

Turnusgemäß standen in der Mitgliederversammlung des Fachverbandes auch die Vorstandswahlen an. Dabei wurde die bisherige Fachverbandsführung mit Matthias Einsele (ELM Recycling GmbH & Co. KG) als Vorsitzenden und Bernd Jörg (KGH Umweltservice GmbH) als 2. Vorsitzenden erneut bestätigt.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.