Ressourcen effizient nutzen lohnt sich – für Umwelt und Industrie

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Quelle: Umwelttechnik BW

Stuttgart — Nachhaltige Produktion, neue Entwicklungen in der Kreislaufwirtschaft und Remanufacturing, also das Aufarbeiten gebrauchter Geräte auf Neugerätniveau: Der Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress in Karlsruhe widmet sich am 5. und 6. Oktober 2016 drängenden Fragen der Industrie. In Zeiten zunehmender Ressourcenknappheit und des Klimawandels ist der sinnvolle Einsatz von Rohstoffen ein essenzielles Thema, das in jedem Betrieb diskutiert werden muss. Der Kongress gibt an zwei Tagen wertvolle Impulse, wie Unternehmen nicht nur die Umwelt schonen können, sondern wie sich Ressourceneffizienz auch wirtschaftlich lohnt. Als prominente Sprecher konnten der weltweit bekannte Eco-Adventurist David Mayer de Rothschild, Fairphone-Gründer Bas van Abel und der internationale Experte für Remanufacturing Prof. Nabil Nasr gewonnen werden.

Die Nachfrage nach Rohstoffen ist in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gestiegen: 2009 wurden weltweit 68 Milliarden Tonnen eingesetzt – rund ein Drittel mehr als 2000 und etwa doppelt so viel wie in den 1970er Jahren. Ein Ende des zunehmenden Verbrauchs ist nicht in Sicht: Mit der steigenden Weltbevölkerung und der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung von Schwellenländern nimmt die Nachfrage weiter zu. Baden-Württemberg hat sich in der Landesstrategie Ressourceneffizienz, die im März 2016 verabschiedet wurde, ambitionierte Ziele gesetzt, um dem Trend entgegenzuwirken. Unter Anderem soll das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch entkoppelt werden – und zwar unter Beibehaltung und Ausbau des hohen Anteils an produzierendem Gewerbe des Bundeslandes. Darüber hinaus soll die Rohstoffproduktivität von 1994 bis 2020 verdoppelt und Baden-Württemberg zum Leitmarkt und Leitanbieter von Ressourceneffizienztechnologien werden. Wie dies gelingen kann, erfahren Unternehmensvertreter und politische Entscheidungsträger am 5. und 6. Oktober auf dem Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress im ZKM Karlsruhe.

Prominente Sprecher
Optimierung des Materialeinsatzes, energieeffiziente Technik, Aufarbeitung und Recycling: Möglichkeiten, den Rohstoffverbrauch zu reduzieren gibt es viele. 90 Referenten zeigen, wie Ressourceneffizienz in Unternehmen funktioniert. In vier Plenen diskutieren namhafte Persönlichkeiten und Wissenschaftler über Ressourceneffizienz in der Produktion, ressourceneffiziente Ansätze durch Industrie 4.0 sowie über Fördermöglichkeiten für interessierte Unternehmen. Ein Highlight des Kongresses ist das Plenum zu „Ressourcen erhalten – Zukunft gestalten“. Als Keynote Speaker konnte Umwelttechnik BW David Mayer de Rothschild gewinnen. 2005 gründete er die Organisation „Adventure Ecology“, 2010 wurde er mit dem „Plastiki“ weltberühmt. Ein selbstgebautes Boot aus Plastikflaschen mit dem er von Kalifornien über den Müllstrudel im Pazifik bis nach Australien segelte, um auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam zu machen. De Rotschild wird zum Thema „Human Nature“ sprechen (5. Oktober 2016, ab 10:00 Uhr).

Das Plenum „Closing the loop – den Kreislauf schließen“ am 5. Oktober 2016 ab 11:15 Uhr stellt die Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt. Eröffnet wird der Programmpunkt von Kęsţutis Sadaukas, Director des Directorate B – Circular Economy and Green Growth of DG Environment, Europäische Kommission. Er spricht zum Thema „Die Kreislaufwirtschaft: Eine Chance für Europa“. Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, wird danach das Thema „Ressourcenpolitik Baden-Württembergs: Impulse für Umweltschutz und Wettbewerbsfähigkeit“ vorstellen. Im Plenum „Ökodesign“ wird Bas van Abel, Gründer und Geschäftsführer von Fairphone, sprechen. Das Unternehmen stellt das weltweit erste und einzige Smartphone her, das unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wird. Sein Thema: „Designing the world’s first ethical and modular smartphone“ (5. Oktober 2016, ab 14:15 Uhr). Im vierten und letzten Plenum am 6. Oktober 2016 ab 09:30 Uhr wird es um „Ressourceneffiziente Businessmodelle“ gehen. Prominentester Sprecher: Prof. Nabil Z. Nasr, Direktor des Golisano Institute for Sustainability und Mitglied eines Gremiums der Vereinten Nationen zum Schutz der natürlichen Ressourcen. Er wird seine Thesen zu „Sustainable Production and the Circular Economy“ darlegen. Eröffnet wird der Kongress von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg.

Die Plenen werden mit insgesamt 15 Fachforen ergänzt, die praxisorientiertes Wissen und innovative Lösungsansätze zum Thema Ressourceneffizienz vorstellen. Dort werden neben anderen praktische Beispiele des Remanufacturings vorgestellt (6. Oktober 2016 ab 11:30 Uhr) und über die Wiedergewinnung von Rohstoffen diskutiert (6. Oktober 2016 ab 11:30 Uhr). Das Forum „Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0“ zeigt auf, welche Potenziale für eine ökologisch nachhaltigere Produktion durch die Digitalisierung der Industrie entstehen können. Im Forum „Wesentliche Entwicklungen in der Kreislaufwirtschaft“ beleuchten Vertreter der EU, des Bundes und des Landes Baden-Württemberg aktuelle Fragestellungen der Kreislaufwirtschaft.

Das Rahmenprogramm des Kongresses: Bühne für junge Wissenschaftler
Geballte Wissenschaft in zehn Minuten verpackt gibt es am 6. Oktober 2016 ab 15:45 Uhr: Auf dem Science Slam haben vier junge Forscher die Möglichkeit, ihr Projekt den Gästen des Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress vorzustellen. „Tröpfchen mit Köpfchen“ ist der Titel des Vortrags von Joana Madjarov, Umwelttechnikerin und Doktorandin am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) an der Universität Freiburg. Darin vermittelt sie, wie mikrobielle Brennstoffzellen aus Abwasser Energie gewinnen und gleichzeitig Wasser reinigen können. Daniel Meza erklärt in „Das Elektronenautomat“, was Solarzellen und Süßigkeitenmaschinen gemeinsam haben. Er promoviert in Berlin am Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie im Bereich Photovoltaik. Das Publikum hat es dann in der Hand, welcher Slammer die Bühne als Sieger verlässt.

In der Kongress-begleitenden Ausstellung präsentieren sich Unternehmen, Wissenschaft und Politik unter anderem zu den Themen Aus- und Weiterbildung, Forschung, Innovationen und neue Technologien und stellen Exzellenzbeispiele vor. Am ersten Abend des Kongresstags findet ein Landesempfang auf Einladung des Ministers für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, Franz Untersteller, statt. Er bietet den Gästen die Möglichkeit, ihre Gespräche mit Referenten, Teilnehmern und Ausstellern zu vertiefen und neue Geschäftskontakte zu knüpfen.

Ideelle Träger des Landeskongresses, sind das Staatsministerium, das Ministerium für Umwelt, Klima, und Energiewirtschaft, das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sowie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Das Ministerium für Umwelt, Klima, und Energiewirtschaft fördert und begleitet den Kongress, der von Umwelttechnik BW, der Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz, durchgeführt wird.

Weitere Informationen zum Kongress unter: http://www.ressourceneffizienzkongress.de

Quelle: Umwelttechnik BW