Fraunhofer IPK begleitet Aufbau des Instituts für Technologietransfer

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Die Kooperationspartner trafen sich im Mai in Berlin – Prof. Dr. Holger Kohl führt Parteisekretärin Yan Zhichan, und Mike de Vries, Vorsitzender der Geschäftsführung, durch das Fraunhofer IPK (Foto: ZhongDe Metal Group GmbH)

Stuttgart — „Industrie 4.0“ meets „Made in China 2025“: Das „Deutsch-Chinesische Institut für Technologietransfer“ (IFT) rückt Innovationspartnerschaften in den Fokus, denn das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) Berlin wird das IFT gemeinsam mit der Stadt Jieyang in der Provinz Guangdong aufbauen. Der Kooperationsvertrag wurde im Beisein von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Ministerpräsident Li Keqiang unterzeichnet. Phase 1 des Projektes ist angelaufen.

„Die Planung ist in vollem Gang. Bis zum Jahr 2020 wird eine umfassende Kommunikations- und Dienstleistungsplattform geschaffen, die deutschen Unternehmen die schnelle und strukturierte Identifikation von Technologiebedarfen chinesischer Unternehmen ermöglicht, um daraufhin Lösungen auf Basis eigener Technologien anbieten zu können“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Holger Kohl, Leiter des Geschäftsfeldes Unternehmensmanagement am Fraunhofer IPK.

Die Schwerpunkt-Industrien des IFT sind Metallverarbeitung, Umwelttechnik und Textiltechnik. Die Wettbewerbssituation und den Markt haben Kohl und sein Team bereits analysiert. „Es gibt in China bereits einige Institute für Technologietransfer, doch in der Ausrichtung auf deutsch-chinesische Innovationspartnerschaften und mit Blick auf die Schwerpunktindustrien hat das IFT ein Alleinstellungsmerkmal“, erklärt er. Die nationale Marktanalyse machte deutlich, dass sich die Provinz Guangdong im Vergleich zum nationalen Durchschnitt überdurchschnittlich positiv entwickelt und bis heute als dynamischste Wirtschaftsregion Chinas mit steigendem Wachstum der Wirtschaftskraft gilt. „Neben einem Zuwachs des Anteils von Dienstleistungen an der Bruttowertschöpfung geht das Wachstum in Richtung einer höherwertigen und umweltfreundlicheren Produktion – für anspruchsvollere Produkte ist Technologie erforderlich. Da setzen wir an.“

Verantwortlich für den Aufbau des Instituts ist die ZhongDe Metal Group GmbH; als Standorte sind die Metal Eco City in Jieyang und die Bundeshauptstadt Berlin geplant. „Das IFT eröffnet neue Felder und Chancen für die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. Es ist ein hervorragendes Instrument, um den Wissenstransfer zu fördern und Vermittlungs- und Beratungsstelle zugleich. Das IFT dient als Katalysator für Innovationspartnerschaften im Bereich ,Industrie 4.0’ und ,Made in China 2025’“, erklärt Mike de Vries, Vorsitzender der Geschäftsführung der ZhongDe Metal Group GmbH. „Ziel ist, Prozesse einfacher zu gestalten – die Suche, den Zugang und den Austausch von Technologien zu vereinfachen, so dass für Unternehmer beider Länder Win-Win-Situationen entstehen.“

Das geplante Investitionsvolumen des IFT beträgt drei Milliarden Chinesiche Renminbi Yuan (€ 400 Millionen). Das Institut wird mit sechs Modulen starten. Geplant sind: ein deutsch-chinesisches Zentrum zum Schutz des geistigen Eigentums, eine digitale Informationsplattform für den deutschen und chinesischen Mittelstand, ein Institut für den Transfer deutscher Technologien, ein deutsch-chinesischer Technologie-Inkubator, ein technologisches Dienstleistungszentrum für den deutschen und chinesischen Mittelstand sowie eine deutsch-chinesische Technologiebörse.

Weitere Informationen zur Metal Eco City sind unter metal-eco-city.com erhältlich.

Quelle: ZhongDe Metal Group GmbH