ICBR 2016: Experten diskutierten über Trends beim Batterierecycling

478
21. International Congress for Battery Recycling (Quelle: ICM AG)

Antwerpen, Belgien — Welche Herausforderungen und Chancen resultieren aus dem zunehmenden Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien? Hat Lithium-Recycling eine wirtschaftliche Perspektive? Und welche Trends und Entwicklungen gibt es beim Batterierecycling? Das waren nur einige der Themen, die beim 21. International Congress for Battery Recycling ICBR 2016 vom 14. bis 16. September in Antwerpen diskutiert wurden. Rund 200 Experten kamen vergangene Woche zum alljährlichen Branchentreffen zusammen. Das dreitägige Tagungsprogramm war äußerst umfangreich: Mehr als 20 Fachvorträge standen auf der Tagesordnung.

Den Auftakt machte Dr. Christian Hagelücken (Umicore). Er stellte in seiner Keynote-Speech die Auswirkungen des geplanten Kreislaufwirtschaftspakets der EU-Kommission auf das Recycling von Metallen vor. Im Anschluss gingen Dr. Fabian-Alexander Polonius und Dr. Sebastian Spies (Daimler AG) auf das Thema Beförderungssicherheit ein. Sie betonten, dass der Transport automobiler Lithium-Ionen-Batterien grundsätzlich kein signifikantes Risiko darstellt. Selbst das Risiko beim Transport beschädigter Akkumulatoren lasse sich sehr gut einschätzen und insbesondere durch den Einsatz geeigneter Verpackungen minimieren. Wesentlich sei aus ihrer Sicht ein transparenter und einheitlicher Prozess für den Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien und eine konsequente Umsetzung durch gut geschultes Personal.

Weitere Vorträge befassten sich mit dem Stellenwert des Batterierecyclings in einer europäischen Kreislaufwirtschaft. Hierzu berichtete José Rizo Martin (Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission) über die Sichtweise der Kommission. Hans Craen (European Portable Battery Association) stellte in diesem Zusammenhang die Auswirkungen des geplanten Ausbaus der Kreislaufwirtschaft vor. Und Dr. Claude Chanson (European Association of Advanced Rechargeable and Lithium Batteries / Recharge) beleuchtete die Bedeutung der erweiterten Produktverantwortung.

Ergänzt wurden die Vorträge durch Länderberichte über verschiedene Sammelsysteme. Dazu zählten Berichte über den Batteriemarkt in den USA und Kanada. Außerdem stellte Laurens ten Horn (Europäischer Verband der nationalen Sammelsysteme für Batterien / Eucobat) aktuelle technologische Entwicklungen bei wiederaufladbaren Batterien vor. Als Beispiele nannte er den Einsatz von Silizium und die Entwicklung von Lithium-Schwefel-Akkus. Auch die Entwicklung der Lithium-Luft-Technologie könnte Lithium-Ionen-Akkus künftig Konkurrenz machen, weil damit eine sehr viel höhere Energiedichte erreicht werden könnte.

Flankiert wurden die Vorträge auch in diesem Jahr von einem Ausstellerforum. Die Teilnehmer des Kongresses konnten sich bei den Ausstellern vor Ort informieren, welche Neuheiten es am Markt gibt. Darüber hinaus wurden auch Testfahrten mit E-Bikes und E-Cars von Accell und Tesla Motors angeboten. Hinzu kamen drei Werksbesichtigungen bei den Firmen Bebat, DK Recycling und Roheisen/Accurec Recycling GmbH und Revatech.

Im kommenden Jahr wird es wieder ausreichend Gelegenheit geben, sich mit Kollegen und Branchenvertretern auszutauschen: Dann findet das 22. Branchentreffen ICBR 2017 in Lissabon statt. Termin ist der 20. bis 22. September 2017.

Quelle: ICM AG