PVC: Aktion „Best Practice“ erweitert Kreis der Initiatoren

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Fensterprofile aus PVC-Regranulat (Foto: Rewindo GmbH)

Marl / Bonn — Die im Sommer ins Leben gerufene Aktion „Best Practice für die Umwelt“ hat den Kreis ihrer Initiatoren erweitert. Neben der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. (AGPU) und der Rewindo Fenster- Recycling-Service GmbH, beide Bonn, zählt nun auch die Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag-Recycling (AgPR), Marl, zu den Ausrichtern.

Ziel der Aktion „Best Practice“ ist es, in den drei Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beispielhafte Bauprojekte zu ermitteln, bei denen ausgediente PVC-Bauprodukte wie z.B. Fenster oder Bodenbeläge recycelt und wiederverwertet werden. Die Initiative richtet sich an Wohnungs-, Fensterbau- und Abbruchunternehmen sowie an Bauherren Öffentlicher Gebäude und läuft bis Herbst 2017. Im Anschluss werden die „Best Practice“-Projekte in einer Dokumentation zusammengestellt.

„Neben Altfenstern, Dachbahnen und Rohren aus Kunststoff sind auch Bodenbeläge ein bedeutender Baustein im werkstofflichen Recycling von Bauprodukten“, betont AgPR-Geschäftsführer Dr. Jochen Zimmermann. Seine Organisation betreibt in Troisdorf eine zentrale Recyclinganlage für ausgediente PVC-Bodenbeläge. Dort wurden allein 2015 über 2.500 Tonnen Altmaterial recycelt und anschließend zu einem großen Teil wiederverwertet. Zimmermann: „Auf diese Weise tragen wir zu einem geschlossenen, umweltfreundlichen Stoffkreislauf für ausgediente Bodenbeläge bei.“ Die in Troisdorf angelieferten PVC-Alt-Bodenbeläge werden nach Aussortierung anderer Materialien in der 1991 errichteten Anlage zu Feinmahlgut verarbeitet. Bei Eignung lässt sich dieses problemlos bei der Produktion neuer PVC-Fußbodenbeläge einsetzen“, erläutert Betriebsleiter Heinz A. Lübben. Das seit 1990 tätige Sammelsystem unterhält darüber hinaus ein bundesweites, dichtes Netz von Annahmestellen.

Warum „Best Practice“?

Warum eigentlich der Begriff „Best Practice“? „Bei energetischen Sanierungen von Wohn- und Gewerbegebäuden fallen wie auch beim Rückbau von Immobilien große Mengen an Bauabfällen an. Mit Blick auf eine umweltgerechte Entsorgung in möglichst geschlossenen Materialkreisläufen gelten Materialtrennung und werkstoffliches Recycling heute dabei als die beste Vorgehensweise“, betont AGPU-Geschäftsführer Thomas Hülsmann. „Die Hersteller, die die Recyclingsysteme wie die der AgPR oder Rewindo finanziell tragen, haben schon in den 1990er Jahren ihre Verantwortung für die ausgedienten Produkte erkannt“. Heute, so Hülsmann, sei das Recycling von PVC im Baubereich ein wichtiger Bestandteil von „VinylPlus“, dem Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche.

Die meisten Projekte erwarten die Initiatoren im Bereich des PVC-Altfensterrecycling. „Hier haben wir – nicht nur in den drei Bundesländern – seit Jahren hohe Zuwächse. Im Jahr 2015 erzielten wir aus recycelten Altfenstern eine Menge von über 27.000 Tonnen, was etwa 1,5 Millionen Fenstereinheiten entspricht“, berichtet Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter. Er sieht in der Aktion deutliche Vorteile für die beteiligten Unternehmen: „Durch werkstoffliches Recycling gewinnen diese in der Öffentlichkeit Pluspunkte für nachhaltiges Handeln. Darüber hinaus können sie bares Geld sparen, weil das Recycling-System preiswerter ist als die Entsorgung in Baumischcontainern.“

Ausgereiftes Recyclingsystem

Für PVC-Altfenster gibt es ein ausgereiftes Recyclingsystem: In den Anlagen der Rewindo-Partner werden die ausdienten Bauteile zunächst geshreddert und weiter zerkleinert. Dann erfolgt in unterschiedlichen Verfahren die sortenreine Trennung in Metall, Gummi, Glasreste und Kunststoff. Letzterer wird aufgeschmolzen und durch einen Filter gepresst, um letzte Fremdpartikel auszusondern. Das dabei zurück gewonnene reine PVC-Granulat ist hochwertiger Sekundärrohstoff für neue Kunststofffenster mit Recyclingkern, das von den Kunststoffprofilherstellern als Gesellschafter von Rewindo wieder in den Markt gebracht wird.

Schon jetzt haben sich mehrere Verbände und Unternehmen als „Unterstützer“ hinter die Initiative „Best Practice für die Umwelt“ gestellt, darunter der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. (VSWG), Dresden; der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. (HDB), Berlin; der Deutsche Abbruchverband e.V., Köln; der Bauindustrieverband Sachsen / Sachsen- Anhalt e.V., Leipzig; der Verband Fenster + Fassade (VFF) sowie führende Fensterbauunternehmen aus der Region. Die Initiatoren rechnen damit, dass sich der Kreis in den kommenden Monaten noch weiter vergrößern wird.

Ihre „Best Practice“-Vorschläge können alle Bauherren aus der Wohnungswirtschaft oder dem Gewerbebau, sowie von Abbruchunternehmen, Fensterbau- und Entsorgungsbetrieben in den genannten Bundesländern fortlaufend bei Rewindo, der AGPU oder der AgPR einreichen. Neben der Abschlussdokumentation Ende 2017 sind in ausgewählten Fällen aktuelle und werbewirksame Pressetermine an den Baustellen geplant.

Bewerbungen sind zu richten

  • Rewindo GmbH Michael Vetter Am Hofgarten 1-2, 53113 Bonn Tel.: 0228 / 921283-0, Fax: 0228 / 5389594, E-Mail: info@rewindo.de
  • AGPU Arbeitsgemeinschaft PVC und UMWELT e.V. Thomas Hülsmann Am Hofgarten 1-2, 53113 Bonn Tel.: 0228 / 91783-0, Fax: 0228 / 5389594, E-Mail agpu@agpu.com
  • AgPR Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling Dr. Jochen Zimmermann Paul-Baumann-Str. 1, 45772 Marl Tel.: 02365 / 495048, Fax: 02365 / 494450, E-Mail: info@agpr.de

Quelle: Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH/ AGPU Arbeitsgemeinschaft PVC und Umewelt e.V. / AgPR Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling