Verkauf des Trierer Kunststoff-Aufbereiters Eu-Rec geplant

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Eu-Rec-LKW (Foto: Eu-Rec GmbH)

Im Augst 2016 untersagte die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord den Betrieb, und das Verwaltungsgericht Trier gab ihr in einem gerichtlichen Eilverfahren Recht (Recyclingportal berichtete). Jetzt plant Eu-Rec-Geschäftsführer Willi Streit den Verkauf der Recyclingfirma im Trierer Hafen. Noch ist kein Vertrag unterschrieben, aber die Liste möglicher Interessenten soll von Rheinland-Pfalz bis Peking reichen, meldet die örtliche Presse.

Mehrfach hatte die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord nach eigenen Aussagen versucht und sich bemüht, für einen Weiterbetrieb der Eu-Rec-Anlage in Einklang mit den immissionsschutzrechtlichen Vorschriften zu sorgen. Und noch vor einem dreiviertel Jahr galt das Unternehmen als qualifizierter und zertifierter Entsorgungsfachbetrieb: Zum 10-jährigen Jubiläum erhielt die Firma vom bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. die Ehrenurkunde der bvse-Entsorgergemeinschaft.

Zur Zeit sind inzwischen alle Auflagen erfüllt, und die Behörden haben aktuell keine Beanstandungen. Der lange und intensive Konflikt zwischen der Recyclingfirma, der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord und vielen Anwohnern hat die Kräfte der Geschäftsleitung schwinden und den Entschluss reifen lassen, den Betrieb zu verkaufen.

Das Unternehmen mit Sitz im rheinland-pfälzischen Trier ist fokussiert auf die Verwertung und Aufbereitung von Altpapier und PE-Folien. Mit modernsten Recyclinganlagen für PE-Folien werden verschiedene Produkte, wie LD-PE Regranulat hellbunt, LD-PE Agglomerat bunt, LD-PE Regranulat bunt oder LD-PE Regranulat transluzent hergestellt. Mit einer Jahresoutput-Kapazität von 24.000 Tonnen zählt das Unternehmen in diesem Bereich sicher zu den größten in Deutschland. Das über viele Jahre aufgebaute Know How im Recycling von Altpapier, die zentrale Lage im Trierer Hafen und ihre logistische Stärke machen die Eu-Rec GmbH zu einem gefragten Spezialisten.

Eu-Rec hat alleine in den letzten beiden Jahren erhebliche Neuinvestitionen vorgenommen. Es wurde in eine Sortieranlage investiert und der Aufbau einer Ballenpresse realisiert. Außerdem ließ das Unternehmen eine neue Wasseraufbereitungsanlage bauen und eine Ionisierungs- und Aktivkohlefilteranlage wurde installiert.

Quelle: EU-Rec, bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.