Kumac-Aufbereitung: Düngerproduktion durch Gärreste-Mengenreduktion

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Kumac-Aufbereitungsanlage (Foto: Weltec Biopower GmbH)

Vechta — In landwirtschaftlich geprägten Regionen existiert ein hohes Gärreste- und Gülleaufkommen und die Flächenkapazitäten zur Nährstoffaufnahme sind begrenzt. Restriktive Gesetze werden in der Zukunft mehr und mehr für eine zusätzliche Verschärfung des Nährstoffüberschusses sorgen. Vor diesem Hintergrund wird es für Betriebe immer kostenintensiver Gülle und Gärreste zu lagern und zu entsorgen. Mit der Kumac-Aufbereitung von Weltec Biopower wurde eine nachhaltige und wirtschaftliche Lösung zur Mengenreduktion und somit zur Verbesserung der Transportwürdigkeit und Entschärfung des Nährstoffüberschusses geschaffen.

Das Funktionsprinzip greift auf bewährte und in Kombination hochwirksame Einzelverfahren zurück. Um im ersten Schritt die festen und flüssigen Stoffe voneinander zu trennen, werden der Gülle und den Gärresten Flockungsmittel beigemischt. Dadurch werden bestimmte Nährstoffe fixiert; zudem lassen sich die Feststoffe mit der Siebbandpresse noch effizienter von der flüssigen Phase trennen. Des Weiteren sorgen Additive für eine Reduktion der Geruchsemissionen. Der entwässerte Feststoff weist einen Trockensubstanz-Gehalt von cirka 30 Prozent auf und kann als Dünger, Kompost, Tiereinstreu oder beim Einsatz von Gülle als Biogas-Substrat genutzt werden.

Die verbleibende flüssige Phase wird anschließend durch ein Flotationsbecken geführt, sodass weitere kleine Partikel und Schwebstoffe abgetrennt werden. Letzte feste Teilchen werden durch einen Feinfilter entfernt. Im nächsten Prozessschritt durchläuft das Filtrat eine dreistufige Umkehr-Osmose, um Salze und Nährstoffe zu konzentrieren. Der resultierende flüssige und stickstoffreiche Dünger macht nur noch ein Viertel des Ausgangsvolumens aus. Den größten Anteil der Aufbereitungsprodukte bildet klares Wasser mit rund 50 Prozent, das im Anschluss an die Behandlung im Ionentauscher in den Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann.

Das Kumac-System ist modular skalierbar und kann bereits ab 50.000 Tonnen Gärrest oder Gülle pro Jahr eingesetzt werden. Bei einem erhöhten Verarbeitungsbedarf ist eine Kombination mehrerer Kumac-Linien einfach zu realisieren. Die Kumac Aufbereitung punktet aber auch durch den hohen Grad der Vollautomatisierung – der Personalaufwand ist somit auf ein Minimum beschränkt. Eine effiziente Nutzung der Endprodukte, die zur Hälfte aus vorfluterfähigem Wasser und zu jeweils einem Viertel aus nützlichen Feststoffen und wertvollen Nährstoffkonzentrat bestehen, erhöht die Gesamtwirtschaftlichkeit der Kumac Aufbereitungsanlage.

Kumac wird bereits seit fast zehn Jahren erfolgreich in Agrarbetrieben und auf großen Biogasanlagen in Belgien und den Niederlanden eingesetzt. Neben dem hohen Grad der Aufbereitung überzeugen auch die zuverlässige und wartungsarme Technik sowie der geringe Energieverbrauch die Betreiber.„Das positive Feedback geht aber auch darauf zurück, dass wir das Verfahren nun im Einklang mit den Anforderungen der Betreiber weiterentwickelt haben“, erläutert Weltec-Geschäftsführer Jens Albartus. Die gute Beurteilung wird durch Untersuchungsergebnisse von zwei renommierten Institutionen untermauert: Sowohl die niederländische Wageningen University als auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen attestieren der Aufbereitungsanlage Kumac eine hohe Funktionalität und eine sehr gute Massenbilanz.

Weitere Informationen sind auf der Energy Decentral vom 15. bis 18. November 2016 in Hannover auf dem Weltec-Stand in Halle 25 auf Stand D 11 erhältlich.

Quelle: Weltec Biopower GmbH