Bioabfall-Vergärungsbranche: Anlagen-Betreiber fordern Wettbewerbsgleichheit

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Quelle: Fachverband Biogas e.V.

Freising — Auf die Betreiber der rund 400 spezialisierten Bioabfall-Vergärungsanlagen kommen mit dem novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) neue Herausforderungen zu. In die ab dem nächsten Jahr geltenden Ausschreibungen gehen die verschiedenen Bestandsanlagen mit unterschiedlichen Voraussetzungen: Jene, die bisher ausschließlich Bioabfälle vergoren haben, müssen aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen mit einem geringeren Preis in die Ausschreibungen gehen als jene, die Energiepflanzen vergären.

Die originären Abfallvergärer sehen darin die Gefahr, dass ihnen ihre Substrate strittig gemacht werden. „Leidtragende wären die Pioniere der Biogasbranche. Alteingesessenen Abfallanlagen droht der Verlust ihrer Inputstoffe und damit die Grundlage ihrer Existenz“, erklärt Rauh. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf seitens der Politik, um für Wettbewerbsgleichheit zu sorgen.“

Die Herausforderungen durch das neue EEG waren der erste Fokus des 4. Abfallvergärungstag des Fachverbands Biogas e.V. bzw. des 77. Symposiums des Arbeitskreises zur Nutzung von Sekundärrohstoffen und für Klimaschutz e.V. am 14. und 15. September in Bayreuth.

Den zweiten Schwerpunkt der Abfallvergärungstage bildeten Stör- und Fremdstoffe: Plastiktüten und sonstige nicht biologisch abbaubare Substanzen in der Biomülltonne können zu Problemen bei der energetischen Verwertung führen. Einen Lösungsansatz sieht Prof. Dr. Achim Loewen, Vorstandsvorsitzender des ANS, in einer verbesserten Kooperation: „Öffentlich rechtliche Entsorgungsträger und Betreiber von Abfallbehandlungsanlagen sollten wieder Partner auf Augenhöhe werden. Beide müssen in ihren Einflussbereichen Verantwortung übernehmen und das Biogut den erhöhten Qualitätsansprüchen entsprechend verfügbar machen.“

Einen möglichen Schritt in diese Richtung präsentierte der Fachverband Biogas mit seinem Biotonne-Aufkleber, der einerseits für das getrennte Sammeln dankt und die Verwertungspfade des biogenen Reststoffes zu Strom und Dünger aufzeigt und gleichzeitig um die Vermeidung von Fremdstoffen bittet.

Mehr als 100 Teilnehmer folgten der Einladung zur ersten gemeinsamen gemeinsamen Tagung von FvB und ANS, die sich ausschließlich mit den Fragen rund um die Abfallvergärung befasste. „Die große Resonanz zeigt, dass wir mit der gemeinsamen Veranstaltung den richtigen Weg gegangen sind“, freute sich Dr. Stefan Rauh, Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas.

Um die energetische Verwertung von Bioabfällen auch auf Verbändeebene weiter voranzubringen, unterzeichneten der Vorsitzende des ANS, Achim Loewen, und der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Stefan Rauh, direkt vor Beginn der Tagung gegenseitig einen Mitgliedsantrag. „Bei der Partnerschaft geht es uns nicht nur um Synergieeffekte bei Veranstaltungen; auch bei Fachthemen wollen wir künftig stärker gemeinsam agieren“, betont Loewen.

Quelle: Fachverband Biogas e.V.