Trimet Aluminium: Kapazitäten, Produktion und Ergebnis in 2015/16 gesteigert

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Vorstellung der Geschäftszahlen 2015/16 durch den Trimet Vorstand (Foto: Trimet)

Essen — Die Trimet Aluminium SE steigerte im Geschäftsjahr 2015/16 den Absatz von Aluminiumprodukten. Rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzierten an acht Standorten rund 775.000 Tonnen Aluminium und Gussprodukte, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Trimet Gruppe schloss das Geschäftsjahr mit einem Konzernumsatz von 1,7 Milliarden Euro ab. Mit einer Eigenkapitalquote von 60 Prozent verfügt das unabhängige Familienunternehmen über eine solide Handlungsbasis.

Im Geschäftsjahr 2015/16 waren die Kapazitäten der Aluminiumhütten, Gießereien und Umschmelzwerke vollständig ausgelastet. Dabei kamen die Erweiterung der Produktionskapazitäten und die Modernisierung der Anlagen zum Tragen, in die das Familienunternehmen insgesamt 84 Millionen Euro investiert hat. Trotz anhaltend niedriger Weltmarktpreise für Aluminium erzielte die Trimet Gruppe ein im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessertes bereinigtes Ergebnis von 63 Millionen Euro. Dazu trugen insbesondere die gestiegenen Produktionsmengen der Trimet Standorte in Frankreich bei.

„Wir setzen unseren Kurs des qualitativen Wachstums fort. Mit kontinuierlichen Investitionen an allen Produktionsstandorten stellen wir uns auf die weiter steigende Nachfrage nach Aluminium ein und verbessern kontinuierlich unsere Produktionseffizienz. Durch die Weiterentwicklung der Produktionsanlagen und die Verzahnung unserer Standorte können wir noch flexibler den aktuellen Bedarf bedienen, langfristig Arbeitsplätze sichern und unsere Stellung als Anbieter hochwertiger Aluminiumprodukte für alle Stufen der Werkstoffkette behaupten“, erklärt Dr. Martin Iffert, Vorsitzender des Vorstands der Trimet Aluminium SE.

Fahrzeugbau bleibt Wachstumstreiber

Der anhaltende Trend der Gewichtsreduktion im Fahrzeugbau erschließt dem Leichtmetall Aluminium immer neue Anwendungsbereiche und steigert den Mengenbedarf. Neben dem klassischen Antriebsstrang mit Motorblöcken, Getriebe- und Kupplungsgehäusen wird Aluminium zunehmend auch in Strukturteilen und Komponenten der Elektromobilität wie zum Beispiel Batteriegehäusen verarbeitet. Hinzu kommt eine wachsende Nachfrage nach Spezialdrähten für Verbindungselemente und elektrische Anwendungen. Trimet konnte seine Position als Systemlieferant namhafter Automarken und ihrer Zulieferer weiter ausbauen.

Auch im laufenden Geschäftsjahr wird Trimet in erheblichem Umfang in die Modernisierung und Optimierung seiner Produktionsanlagen investieren. „Die Integration der in den vergangenen Jahren übernommenen Standorte haben wir nahezu abgeschlossen“, bilanziert Iffert. „Jetzt steht neben der kontinuierlichen Optimierung der Produktionsanlagen und der Werkstoffentwicklung die Weiterentwicklung des Herstellungsprozesses an.“

Lastverschiebung als Lösungsbeitrag zur Energiewende

Die Herstellung von Aluminium verlangt bislang eine konstante Energiezufuhr rund um die Uhr. Trimet hat in den vergangenen Jahren ein Verfahren entwickelt, das den Elektrolyseprozess durch eine flexible Lastverschiebung an schwankende Strommengen aus Wind- und Sonnenenergie anpasst. Nach Abschluss der Testphase wird Trimet das Verfahren jetzt im industriellen Maßstab erproben. Dazu werden bis Ende 2017 sämtliche 120 Öfen einer Elektrolysehalle der Aluminiumhütte in Essen umgerüstet. Das Unternehmen investiert dafür rund 36 Millionen Euro in den kommenden zwei Jahren.

„Mit der Flexibilisierung der Aluminiumproduktion nehmen wir eine weltweite Vorreiterrolle ein. Wir wollen einen entscheidenden Lösungsbeitrag zur Energiewende liefern und gleichzeitig den Nachweis erbringen, dass Industrieproduktion und klimaschonende Energieversorgung nicht nur im Einklang stehen, sondern sich sogar wechselseitig unterstützen können“, betont Iffert. „Aluminium ist auf das Engste mit Klimaschutz verbunden: Geringes Gewicht, Energieeffizienz und Recyclingfähigkeit machen es zum idealen Werkstoff. Mit der Flexibilisierung des Herstellungsprozesses würden wir dem Produkt eine weitere klimaschonende Eigenschaft hinzufügen.“

Familienunternehmen setzt auf Kontinuität

Trimet sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt und erwartet auch für das laufende Geschäftsjahr qualitatives Wachstum. Dabei setzt das Familienunternehmen auch nach dem Tod von Heinz-Peter Schlüter auf Kontinuität. Der Gründer und Eigentümer von Trimet war im November 2015 gestorben. Iffert: „Sein viel zu früher Tod ist ein schmerzlicher Verlust für das Unternehmen, das er aufgebaut und dessen besonderen Geist er geprägt hat. Schlüter selbst hat bereits vor einigen Jahren dafür gesorgt, dass die Zukunft der Trimet als unabhängiges Familienunternehmen gesichert ist. Dafür steht auch die Eigentümerfamilie, die sehr engagiert zur und für die Trimet steht.“

Quelle: Trimet Aluminium SE