IKB: Investive Nachfrage nach Gold, Silber und Platin/Palladium im Aufwind

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Edelmetalle (Foto: Kroll/ Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Die geopolitischen Turbulenzen verbunden mit Befürchtungen, dass sich die Weltwirtschaft weiter abschwächt, erhöhten die Goldnachfrage im ersten Halbjahr 2016 im Vorjahresvergleich um 18 Prozent. Allerdings brach die Schmucknachfrage (-17 Prozent) ein. Die industrielle Nachfrage (-3 Prozent) sank ebenfalls, wobei sich der Dentalbereich im Vergleich zu den Orders der Elektronikindustrie stärker zurückbildete. Die investive Nachfrage stieg dagegen um 127 Prozent an, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Die gestiehene Nachfrage ist vor allem auf die Erhöhung des Bestands an ETF-Produkten (Exchange Traded Funds) um über 300 Prozent zurückzuführen. Angebotsseitig stieg die Minenproduktion (nach Netto Hedging der Produzenten) um ein Prozent, während das Goldrecycling um 10 Prozent anzog. Aufgrund der anhaltenden Turbulenzen in den geopolitischen Krisenherden und schwächeren Konjunkturerwartungen erwartet die IKB einen Goldpreis bis Jahresende um 1.300 US-$ je Unze mit einer Bandbreite von 150 US-$.

Das erste Halbjahr 2016 wurde auch beim Silber in starkem Maße von der investiven Nachfrage geprägt. Während für 2016 insgesamt nur ein verhaltenes Anziehen der gesamten physischen Silbernachfrage (+1,5 Prozent) erwartet wird, legten im ersten Halbjahr die ETF’s um 7,2 Prozent zu. Vor allem im ersten Quartal zog auch die Münznachfrage kräftig an. Die Schmucknachfrage dürfte im Gesamtjahr nur leicht zulegen. Das Angebot wird sich allerdings deutlich reduzieren. Innerhalb der Minenproduktion sinkt aufgrund von Schließungen von Blei- und Zinkminen die so genannte Kuppelproduktion. Daher dürfte es ein weiteres Jahr mit Angebotsdefiziten geben. Die IKB sieht für Silber bis Ende 2016 eine Preisbewegung um rund 18,50 US-$ je Unze mit einem Band von 2,50 US-$.

Für 2016 wird ein Rückgang der physischen Platinnachfrage (-0,5 Prozent) erwartet, der jedoch durch einen Anstieg der investiven Nachfrage überkompensiert wird. Insgesamt ergibt sich ein Angebotsdefizit von rd. 0,5 Mio. Unzen. Letzteres ist primär in Produktionseinbußen in Südafrika und Russland begründet. Trotz eines höheren Recyclings (+6 Prozent) kann dies nicht ausgeglichen werden. Die IKB sieht für den Platinpreis bis Ende 2016 eine Bewegung um 1.000 US-$ je Unze in einem Band von 200 US-$. Bei Palladium steigt die physische Nachfrage 2016 vor allem aus der Automobilindustrie an, die Minenproduktion und das Recycling nehmen leicht ab. Es ergibt sich ein Angebotsdefizit von um die 0,5 Mio. Unzen. Bei Palladium ist von einer Bewegung um 700 US-$ je Unze in einem Band von +100 US-$ auszugehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank