IKB: Globale Edelstahlproduktion sorgt weiter für Nachfrageanstieg

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2 Euro-Münze mit Nickelgehalt (Foto: ©I-vista /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Für das Jahr 2016 wird ein Rückgang der Nickelproduktion zwischen 3,5 Prozent und 5 Prozent auf ca.1,9 Mio. t erwartet. Dagegen soll der Nickelverbrauch zwischen 3,5 Prozent und 4,5 Prozent zulegen. Bei einer leichten Ausweitung der Rostfrei-Produktion nimmt der Bedarf an Ferrochrom 2016 entsprechend auch etwas zu. Die Produktionskürzungen bei Ferromolybdän in der ersten Jahreshälfte haben den Preisverfall deutlich gestoppt. Allerdings leidet die Molybdännachfrage primär an der Schwäche der Öl- und Gasindustrie, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Der gestiegene Nickelverbrauch hätte nach Jahren hoher Angebotsüberschüsse nun ein Angebotsdefizit zwischen 50.000 t und 130.000 t. zur Folge. Dieses könnte jedoch problemlos aus den Beständen gedeckt werden. Wichtige Impulse für den Nachfrageanstieg kamen unverändert von der globalen Edelstahlproduktion. Die Lagerbestände an der LME von immer noch 370.000 t sowie gut 110.000 t an der SHFE verhindern jedoch größere Preissprünge. Die IKB sieht den Nickelpreis bis Ende 2016 in einem Band von 1.000 US-$ um den Wert von 10.000 US-$ je t. Gegen Jahresende sollten die Notierungen in Richtung oberes Ende des Bandes gehen.

Für das dritte Quartal 2016 wurde der Benchmark-Preis für Ferrochrom zwischen europäischen Werken und südafrikanischen Ferrochromschmelzen erstmals seit Längerem kräftig angehoben, und zwar um fast 20 Prozent. Damit wird das Vorjahresniveau allerdings immer noch um 9 Prozent unterschritten. Die chinesischen Ferrochromproduzenten wurden schon im zweiten Quartal 2016 von der Aufwertung des südafrikanischen Rand zum US-Dollar negativ tangiert und dürften an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Die Kapazitätsauslastung soll dort bei rund 65 Prozent liegen. Die IKB erwartet bis Ende 2016 eine Preisbewegung um 2,00 US-$ je lb in einer Bandbreite von 0,25 US-$ je lb.

Der Markt für Ferromolybdän scheint sich langsam zu erholen. Die anziehende Nachfrage aus der Edelstahlindustrie sollte preisstützend wirken. Nach Jahren hoher Angebotsüberschüsse dürfte der Markt 2016 ausbalanciert sein bzw. sogar ein geringes Defizit verzeichnen. Mit einer sich belebenden Investitionstätigkeit in der Öl- und Gasexploration dürfte der Bedarf aber weiter anziehen. Die IKB sieht bis Ende des Jahres 2016 den Ferromolybdänpreis bei rund 18,50 US-$/kg mit einer Bandbreite von 2,50 US-$ je kg.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank