Umweltcluster Bayern gründet neues Netzwerk für Deponiebetreiber

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Quelle: Umweltcluster Bayern

Augsburg — Um aktuellen und künftigen Herausforderungen in der modernen Abfallwirtschaft zu begegnen, schafft der Umweltcluster Bayern nun eine Plattform zur Vernetzung der Deponiebetreiber. Das Angebot zielt in erster Linie auf den praktischen Austausch der Betreiber untereinander ab, soll jedoch auch den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern und Behörden unterstützen.

Mit dem beim Umweltcluster Bayern angesiedelten „iDetec – Kompetenzzentrum für innovative Deponietechnik“ besteht seit 2011 bereits ein bayerisches Netzwerk, das verschiedene Akteure und Aktivitäten im Deponiebereich bündelt. Die Mitglieder sind Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie das Bayerische Landesamt für Umwelt. Hauptzielsetzung von iDetec ist die Entwicklung innovativer Projekte und Dienstleistungen rund um die Deponie. Dazu zählen auch Deponiechecks und Workshops, welche als Beratungsangebote für Deponiebetreiber konzipiert sind.

Der Umweltcluster Bayern wird der Träger des Betreibernetzwerks sein. Die inhaltliche Betreuung des Netzwerks übernimmt iDetec. Das neue Netzwerk soll in Ergänzung zu und in Absprache mit der bestehenden Deponienachbarschaft Ostbayern etabliert werden, um das Angebot abzustimmen und auf dem bestehenden Know-How aufzubauen. Zudem wird der Umweltcluster eng mit den Behörden und Branchenverbänden zusammenarbeiten und sich mit den Arbeitskreisen anderer Bundesländer austauschen.

Steigender Bedarf an Vernetzung

Seit 2005 dürfen in Deutschland keine unbehandelten Siedlungsabfälle mehr deponiert werden. Dennoch bleiben Deponien ein unverzichtbarer Bestandteil der Abfallwirtschaft, da aufgrund mangelnder Verwertungsmöglichkeiten immer noch diverse Abfallarten deponiert werden müssen. Im Zuge des Deponierungsverbotes wurden deutschlandweit mehr als 100.000 Altdeponien und Altablagerungen stillgelegt, die zum Teil sanierungsbedürftig sind und überwacht werden müssen. Auf etwa 250 Deponien werden derzeit in Bayern noch mineralische Abfälle entsorgt; darüber hinaus gibt es mehr als 30 Standorte der Deponieklassen I und II sowie einen für gefährliche Sonderabfälle.

Die Deponiebetreiber stehen heute und künftig vor vielfältigen Herausforderungen. Es gilt, alte Deponien zu sanieren oder zu modernisieren, neue Verordnungen und Richtlinien beim Betrieb umzusetzen und Entscheidungen zu Stilllegung und Folgenutzungskonzepten zu treffen. Zusätzlich kann die geplante Mantelverordnung den Ausbau nicht genutzter Deponiekapazitäten notwendig machen, was zum einen mit Investitionen, zum anderen mit gesellschaftlichen Konflikten einhergehen wird. Daraus resultiert ein steigender Bedarf an Information, Austausch und Beratung.

Austausch intensivieren und Nachbarschaftshilfe leisten

In zahlreichen Bundesländern, wie etwa Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westphalen, haben sich als Reaktion auf diese Fragestellungen zwischenzeitlich große Deponie-Arbeitskreise herausgebildet, die auf die Vernetzung der Deponiebetreiber abzielen. Auch die Betreiber aus Bayern nutzen zum Teil die Angebote anderer Bundesländer, da es in Bayern nur wenig Hilfestellung zum heutigen Tag gibt. So ist von den ursprünglich sechs bayerischen Deponienachbarschaften aktuell nur noch jene in Ostbayern aktiv. Sie zielt zum einen darauf ab, den Austausch der Deponieleiter zu intensivieren, zum anderen das auf den Deponien tätige Personal zu schulen und Nachbarschaftshilfe zu leisten. In anderen Regionen fehlt ein solches Angebot.

Vom Umweltcluster-Netzwerk „iDetec – Kompetenzzentrum für innovative Deponietechnik“ organisierte Workshops für Deponiebetreiber sowie weitere Gespräche mit Betreibern und Vertretern von Behörden haben gezeigt, dass auch in Bayern ein großes Interesse an einer Vernetzung gegeben ist. Der Umweltcluster Bayern wird mit seinem Angebot diese Lücke füllen.

Die Mitgliedschaft enthält die Teilnahme an Betreibertreffen, Workshops und fachliche Beratung. Interessierte Betreiber sind eingeladen, sich im Anschluss an das LfU-Deponieseminar am 21.09.2016 in Augsburg über das Angebot zu informieren. Es wird um Anmeldung gebeten (info@i-de-tec.de).

Weitere Informationen sind unter umweltcluster.net und i-de-tec.de erhältlich.

Quelle: Trägerverein Umwelttechnologie-Cluster Bayern e.V.