Arkométha: Innovative Kleinstanlage zur Biogasgewinnung aus Bioabfällen

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Arkométha-Versuchsanlage (Foto: Arkolia)

Berlin — “Arkométha” ist eine neuartige kleine Biogasanlage mit neuer Technologie, die derzeit in einer Pilotanlage in Parisot in der Nähe von Toulouse getestet wird. Ihre Entwicklung entstand in Partnerschaft zwischen dem mittelständischen Unternehmen Arkolia Energies, dem französischen Institut für Agrarforschung (INRA), dem französischen Institut für angewandte Wissenschaften (INSA) Lyon und dem INP Grenoblet.

Der Arkométha-Prozess ermöglicht, mehrere Arten von dicken Substraten wie Bioabfällen aus den Haushalten, der Industrie und der Landwirtschaft sowie Gülle in Kleinstanlagen zu verwerten. Er basiert auf einer unterteilten Fermentierung mit unterschiedlichen Temperaturniveaus: Zunächst wird das Substrat in einem Abteil auf 65-70°C erhitzt. Dort bilden sich die Fettsäuren, die dann in einem zweiten Abteil auf 55°C heruntergekühlt und anschließend in Biogas umgewandelt werden. Diese unterteilte Gärung führt zu einer verkürzten Verarbeitungszeit in der Anlage, die somit nur noch 15/20 Tage beträgt. Vorteilhaft ist auch, dass das Substrat zu ungefähr 60 Prozent in Biogas umgewandelt wird, statt nur zu 50 Prozent bei herkömmlichen Prozessen.

Die erste Pilotanlage wurde in Parisot auf einem Biobauernhof von 120 ha mit 70 Kühen gebaut. Dort werden täglich 1.050 Nm3 Biogas erzeugt (ungefähr 1.800 kWh), welches dann in einem Biogasmotor mit einer Leistung von 75 kW verbrannt wird. Derzeit laufen bereits neue Projekte an, die auf verschiedene Anwendungsbereiche abzielen: Kleinanlagen für Bauernhöfe, aber auch für die kommunale und die industrielle Bioabfallverwertung.

Arkométha wurde im Rahmen des Programms für Zukunftsinvestitionen von der französischen Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME) unterstützt. Insgesamt wurden 4 Millionen € in die F&E investiert und fünf Patente eingereicht.

Weitere Informationen sind unter arkolia-energies.com erhältlich.

Quelle: Wissenschaft-Frankreich (Nr. 315, 13. Juli 2016), Französische Botschaften in Deutschland und Österreich