IKB: Versorgung mit Altkupfer für die Recyclingproduktion mager

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Altkupfer (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Die weltweite Kupferminenproduktion hat bis Ende Mai 2016 um rund 4 Prozent zugelegt. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen hat sich infolge der Erweiterung der globalen Kapazitäten geringfügig vermindert. Die Raffinadeproduktion konnte um 3,5 Prozent angehoben werden, wobei hier die Kapazitätsauslastung um 1,2 Prozent anzog. Der weltweite Verbrauch ist dagegen mit rund 5 Prozent noch stärker angestiegen. Der Nachfragesprung von 12 Prozent in China war der Haupttreiber.

Während die Verbräuche in Europa (+6 Prozent) ebenfalls anzogen, sanken sie in den übrigen Regionen. Im Gesamtjahr 2016 erwartet die IKB Deutsche Industriebank einen Zuwachs von etwa 3 Prozent. Nach den Angebotsdefiziten der Vorjahre könnte es 2016 erneut zu einem kleinen Defizit der Raffinadeproduktion kommen. Saisonbereinigt verbuchte der Markt in den ersten fünf Monaten 2016 ein Defizit von 181.000 t.

Die Kupfervorräte an der LME zogen zuletzt wieder deutlich an. Ende August 2016 lagen diese bei knapp 294.000 t. Die Lagerbestände an der SHFE haben ihre zu Jahresbeginn erreichten Höchststände abgebaut und betragen nun rd. 166.000 t. Die Bestände der COMEX blieben weitgehend stabil bei 67.000 t. Unverändert dient ein Großteil der Volumina der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von gut sechs Tagen. Eine weiter anziehende Minenproduktion dürfte die Versorgungslage jedoch verbessern. In den ersten fünf Monaten 2016 belasteten jedoch Produktionsunterbrechungen u. a. bei Codelco Chile (-5 Prozent, der weltgrößte Produzent) und in der Demokratischen Republik Kongo (-11 Prozent). Die Versorgung mit Altkupfer für die Recyclingproduktion ist ebenfalls nicht üppig. Versorgungsengpässe für den Gesamtmarkt sehen wir jedoch nicht.

Der Kupferpreis blieb auch im Verlauf des August 2016 weiter unter der Marke von 5.000 US-$ je t. Neben einer stabilen physische Nachfrage hätte der Markt auch wieder vom Einfluss der investiven Nachfrager profitieren können: Die Zahl der Handelskontrakte erhöhte sich im August um gut die Hälfte auf den höchsten Stand seit Februar des laufenden Jahres. Wir erwarten nochmals temporäre Produktionskürzungen einiger wichtiger Produzenten, was den Markt bis zum Jahresende stabilisieren sollte. Allerdings glauben wir nicht an eine mögliche Kapazitätsreduktion in China. Die hohen Einfuhren an Vormaterial weisen in eine andere Richtung. Bis Ende 2016 sehen wir weiter ein Preisniveau von 4.900 US-$ je t mit einem Band von 500 US-$ je t um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank