IKB: Schrottpreise zogen im August leicht an; knappes Angebot für Altschrotte

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Elektroofen (Foto: © Georgsmarienhütte / Stahl-Zentrum

Düsseldorf — Die Weltrohstahlproduktion hat bis Ende Juli 2016 ihre Verluste vom Jahresanfang kräftig reduziert: Der Vorjahresstand wird nur noch um 1,2 Prozent unterschritten. Aufgrunddessen erwartet die IKB Deutsche Industriebank für 2016 eine Seitwärtsbewegung. Die Produktion in China war zum Jahresanfang um 5 Prozent gesunken, nun beträgt das Minus noch 0,5 Prozent. Im Gesamtjahr kann ein kleiner Anstieg erfolgen.

Während die Erzeugung in Deutschland eine Tonnage von gut 42 Mio. t erreichen dürfte, sinkt sie in der EU aufgrund von Stilllegungen in Großbritannien. Auch die Türkei erholt sich wieder. Die Nachfrage im Inland wird durch die Automobilindustrie und die Belebung der Bauwirtschaft getragen. Zudem verbesserte sich der Export für höherwertige Stahlgüten. Massenstahl leidet dagegen unter Exporten u. a. der Türkei, Russlands und Chinas.

Im Durchschnitt des August 2016 zogen die Schrottpreise leicht an, und damit mitten in der Ferienzeit; Preisanhebungen hatte man erst ab September erwartet. Der Höhepunkt der Preisanpassungen ist bereits wieder überschritten. Altschrotte waren bei knappem Angebot gefragt, die Nachfrage konnte nicht immer im gewünschten Umfang bedient werden. Die Exporte in die Türkei blieben preislich wie in der Menge stabil. Auswirkungen der innenpolitischen Lage waren noch nicht zu spüren. Die Nachfrage in einigen Nachbarländern (u. a. Niederlande, Polen) wurde nur zu schon deutlich höheren Aufschlägen (bis 25 €) bedient. Die leicht höheren Eisenerz-Spotpreise stützten ebenfalls. Die IKB sieht in den nächsten drei Monaten leicht höhere Preise, vorausgesetzt, die türkische Nachfrage bricht nicht ein.

Die Weltrohstahlpreise gaben im August 2016 leicht nach. Innerhalb Europas war jedoch bei Flachprodukten ein kleiner Anstieg festzustellen: Warmbreitband legte um ein Prozent zu. Bei Langprodukten musste dagegen für Walzdraht ein Rückgang von 4,4 Prozent verbucht werden. Bewehrungsstahl musste ebenfalls eine Einbuße von 2,9 Prozent hinnehmen. Die Spotmarktpreise für Eisenerz frei China zogen im August im Monatsmittel um 3,50 US-Dollar an und haben somit die Verluste der Monate Mai bis Juli wieder ausgeglichen. Die unverändert sehr gute Erzversorgung begrenzt daher aber auch in den nächsten Monaten stärkere Preisanhebungen. Bei den europäischen Stahlpreisen erwartet die IKB in den nächsten drei Monaten eine leichte Preisanhebung (+4 Prozent), die auch die Langprodukte vollumfänglich erfassen sollte.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank