Stabile Produktion, doch Erwartungen der NE‐Metallindustrie nach Brexit getrübt

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Metallrecycling (Foto: O. Kürth)

Belin — Im ersten Halbjahr 2016 erzielte die deutsche Nichteisen(NE)‐Metallindustrie mit durchschnittlich 111.000 Beschäftigten in etwa 650 Unternehmen eine Produktion von vier Millionen Tonnen. Der Umsatz belief sich auf knapp 23 Milliarden Euro , davon 10,5 Milliarden Euro (minus sieben Prozent) auf ausländischen Märkten, was einer Exportquote von 46 Prozent entspricht. Damit zeigte sich die Produktion stabil gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, während der Umsatz metallpreisbedingt ein Minus von zehn Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 aufwies.

Im Juli wurde die Geschäftslage von 80 Prozent der Befragten aus der metallerzeugenden und -verarbeitenden Industrie mit gut oder saisonüblich beurteilt. Nach dem Brexit trübten sich die Geschäftserwartungen ein. So sahen 76 Prozent der Befragten in sechs Monaten bessere oder gleich gute Geschäfte – das waren elf Prozentpunkte weniger als im Juni. Großbritannien ist ein bedeutender Absatzmarkt für die NE‐Metallindustrie. Zwölf Prozent der Exporte von Metall und Halbzeug gingen im Vorjahr dorthin. Für das Jahr 2016 rechnet die Branche weiter mit einem leichten Produktionswachstum in Höhe von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Entwicklung der Aluminiumindustrie insgesamt positiv

Die deutsche Aluminiumindustrie hat sich im ersten Halbjahr 2016 insgesamt positiv entwickelt. Die Konjunkturentwicklung für die verschiedenen Produkte verlief dabei heterogen. So konnte die Produktion von Hütten‐ und Recyclingaluminium gesteigert werden, während die Produktion von Halbzeug und die Produktion in der Weiterverarbeitung leicht rückläufig waren.

Im Zeitraum von Januar bis Juni 2016 wurden 581.000 Tonnen Rohaluminium erzeugt. Die Herstellung von Rohaluminium teilte sich in diesem Zeitraum auf 271.000 Tonnen Hüttenaluminium und 310.000 Tonnen Recyclingaluminium auf. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum sank die Produktion von Recyclingaluminium um zwei Prozent. Die Hüttenproduktion stieg um ein Prozent an.

Buntmetall-Industrie mit Produktionswachstum

Die deutsche Buntmetallindustrie (Kupfer, Zink, Blei, Zinn und Nickel) wies im ersten Halbjahr 2016 ein Produktionswachstum von knapp 3 Prozent gegenüber dem schwachen ersten Halbjahr 2015 aus. Damit wurden insgesamt 1,6 Millionen Tonnen produziert. Die Fertigung der Buntmetallerzeuger sank im Zeitraum von Januar bis Juni 2016 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2 Prozent auf 645.000 Tonnen. Dabei wuchs die Produktion von raffiniertem Kupfer und Kupfergusslegierungen um 1 Prozent auf 362.000 Tonnen. Die Ausbringungsmenge von Zink, Blei, Zinn und deren Legierungen ging um 7 Prozent auf 283.000 Tonnen zurück.

NE‐Metallgießerei‐Industrie verzeichnet Minus von acht Prozent

Die deutschen NE‐Metallgießereien produzierten im ersten Halbjahr 2016 etwa 584.000 Tonnen. Dies entsprach einem Minus von acht Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Mit den Juni‐Daten haben sich die Verschiebungen in der Nachfragestruktur im Bereich der Leichtmetallgießereien verfestigt. So lag der Leichtmetallkokillenguss im Vorjahresvergleich deutlich zurück. Dass die Produktion im Leichtmetallguss das 2015er Volumen noch bei weitem nicht erreicht, macht es von Monat zu Monat schwieriger, für das Gesamtjahr noch eine schwarze Null zu sehen. Allerdings ist die Nachfrage nicht so stark abgerutscht wie die Fertigung.

Der zugrundeliegende WMV-Quartalsbericht kann unter wvmetalle.de  heruntergeladen werden.

Quelle: WirtschaftsVereinigung Metalle