Deutsche Umwelthilfe startet Petition gegen Verpackungsflut in Drogerien

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Verpackungsabfälle (Foto: © Sascha Krautz)

Berlin — Vermeidbare und ineffiziente Verpackungen im Handel verursachen Tag für Tag unnötige Abfälle und verbrauchen wertvolle Rohstoffe. So fallen in Deutschland jedes Jahr mehr als 17 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an – mehr als in jedem anderen europäischen Land. Eine besondere Verantwortung für diese Verpackungsflut tragen neben Supermärkten auch Drogerien.

Im Rahmen ihrer Kampagne „Weniger ist mehr: Schluss mit dem Müll!“ hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) deshalb auf Change.org eine Petition gestartet, um dm als größte Drogeriemarktkette Europas zu einem konsequenten Umdenken zu bewegen. Gemeinsam mit Katharina Lehmann, einer engagierten und umweltbewussten Berlinerin, fordert die DUH den Konzern auf, unnötige Verpackungen zu vermeiden und ressourcenverschwendende Produkte durch ökologischere Alternativen zu ersetzen.

Eine aktuelle Studie der DUH zeigt, dass das Thema Ressourcenschutz bislang kein zentrales Thema bei Drogerien ist. Die Unternehmen setzen allenfalls punktuell Einzelmaßnahmen um, stellen jedoch keine konkreten und umfassenden Strategien oder Ziele auf. Allen voran müsste die dm-Drogeriemarktkette – als Marktführerin unter den deutschen Drogerien und europaweit mit über 3.000 Filialen und mehr als 50.000 Mitarbeitern – aufgrund ihrer Größe und den selbst gesteckten hohen Umweltansprüchen mehr Verantwortung übernehmen.

„Einwegplastikflaschen, unnütze Umverpackungen und überdimensionierte Kunststoffhüllen sind trauriger Alltag in den Filialen der Drogeriekette dm. Das stimmt nicht überein mit Umweltversprechen und Nachhaltigkeitsansprüchen. Als Marktführer hat das Unternehmen großen Einfluss auf die Gestaltung seiner Produkte und kann bestimmen, welche ins Sortiment aufgenommen und wie sie verpackt werden, sagt Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der DUH. „Wir fordern deshalb, dass das Unternehmen seine Vorbildfunktion ernst nimmt und in Sachen Verpackungen und Ressourcenverbrauch konsequent umdenkt.“

Konkret fordert die DUH von dm, besonders ressourcenintensive Produkte und Verpackungen durch effizientere Alternativen zu ersetzen. Bei Getränken sollte das Unternehmen seine Einwegpolitik beenden und auf Mehrwegflaschen setzen. Auf unnötige Papierschachteln, wie zum Beispiel bei Zahnpasta, sollte dm ebenso konsequent verzichten, wie auf unkomprimierte Deodorants und unkonzentrierte Waschmittel. Verpackungen sollten überwiegend aus Recyclingmaterialien hergestellt werden. Eine Studie des Wuppertal Instituts belegt, dass durch den Umstieg auf ressourceneffiziente Verpackungen und Produkte bereits heute problemlos 20 Prozent der eingesetzten Ressourcen eingespart werden können.

Die gesammelten Unterschriften der Petition sollen noch in diesem Jahr an dm-Geschäftsführer Erich Harsch übergeben werden.

Eine Untersuchung der DUH zur Ressourceneffizienz in deutschen Supermärkten und im Drogeriehandel ist unter duh.de erhältlich.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)