Phthalate-Migration aus Recyclingkarton in Lebensmittel ermittelbar

362
Papier-Verpackungen (Foto: Verband Deutscher Papierfabriken e.V.)

München — In einem Forschungsprojekt untersuchte die PTS Möglichkeiten, die Phthalate-Migration in Lebensmittel aus Altpapier basierten Verpackungsmaterialien zu reduzieren. Hierzu wurden die Phthalat-Quellen identifiziert und quantifiziert sowie das Reduzierungspotenzial ermittelt.

Für den Forschungsbericht wurden Handlungsempfehlungen erarbeitet, um die Einhaltung aktueller und ggf. zukünftiger Grenzwerte zu Phthalat-Gehalten in Lebensmitteln sicherzustellen. Aktuelle und zukünftige Grenzwerte für Phthalat-Gehalte in Lebensmitteln und Reststoffen können mit den erworbenen Kenntnissen des Projektes sicher und proaktiv eingehalten werden. Ein Reputationszugewinn und damit Umsatz- und Gewinnsteigerungen durch den Einsatz von Altpapier als Rohstoff für Lebensmittelverpackungen sind zu erwarten.

In den Forschungsarbeiten wurde umfassende gaschromatographische Methoden entwickelt, mit denen die Untersuchung sämtlicher Proben der Prozesskette (Rohstoff Altpapier, Additive, Additivbehälter, Veredelungschemikalien, Druckfarben, Lacke, Klebstoffe, Wässer, Rejekte, Flotate, Pulpen, Papiere, Pappe, Kartone) erfolgen kann.

In verschiedenen Papier erzeugenden bzw. verarbeitenden sächsischen kleinen undmittleren Unternehmen sowie ergänzend im Technikum der Papiertechnischen Stiftung (PTS) wurden durch umfangreiche Probenahmen die Eintragsquellen und Senkungspotentiale systematisch ermittelt. Eine Belastung von PPK mit Phthalaten (v.a. DiBP, DBP und DEHP) ist weiterhin festzustellen. Neue, noch nicht Grenzwert belegte Phthalate, wurden nicht als Problemstoffe für die Migration in Lebensmittel/-simulantien identifiziert.

Die PTS bietet auf Basis dieser Arbeiten erweiterte analytische Dienstleistungen zur Bestimmung von Phthalaten und für Migrationsuntersuchungen an. Im Zuge der umfassenden Prozessanalytik hinsichtlich Phthalateinträgen und -gehalten in verschiedenen Stufen, können systematisch und individuell je Unternehmen die betreffenden Eintragsquellen und Potentiale zur Reduktion im bestehenden Prozess ermittelt und als Beratungsleistung angeboten werden.

Das Forschungsvorhaben MF 130082 wurde mit finanziellen Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Der Forschungsbericht kann unter ptspaper.de heruntergeladen werden.

Quelle: Papiertechnische Stiftung (PTS)