Grüne Chemie: IFMAS erhält Beihilfe zur Entwicklung pflanzlicher Kunststoffe

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Im Labor (Foto: Michael Bührke / http://www.pixelio.de)

Brüssel — Die EU Kommission hat eine Beihilfe Frankreichs von 43,65 Mio. € für das Forschungsprogramm „IFMAS“ im Bereich der grünen Chemie genehmigt. Die öffentlich-private Partnerschaft IFMAS plant die Entwicklung von pflanzlichen Kunststoffen und Biofarben plant uund steht mit den EU-Vorschriften für staatliche Beihilfen im Einklang steht. Die Kommission ist insbesondere der Auffassung, dass das Vorhaben zur Verwirklichung der Ziele der EU im Bereich Wissenschaft und Umweltschutz beitragen wird, ohne den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt übermäßig zu verfälschen.

Der für Wettbewerbspolitik zuständige Kommissionsvizepräsident Joaquín Almunia erklärte dazu: „Die mit diesem ehrgeizigen Vorhaben angestrebten neuen Methoden würden es möglich machen, Produkte auf Kohlenwasserstoffbasis, insbesondere Kunststoffe und Farben, durch Produkte pflanzlichen Ursprungs zu ersetzen und damit die CO2-Emissionen zu senken. Mit den öffentlichen Mitteln wird ein für Wissenschaft und Umweltschutz ausgesprochen wichtiges Projekt gefördert.“

Im Bereich der pflanzlichen Kunststoffe und der Biofarben würde die Ersetzung von Erdölerzeugnissen durch Stärkeerzeugnisse eine erhebliche Verringerung der Treibhausgasemissionen (um 30-50 Prozent) ermöglichen. Für die Herstellung von Kunststoffen (Gesamtvolumen derzeit mehr als 290 Mio. Tonnen pro Jahr) werden 8-10 Prozent des weltweit geförderten Erdöls verbraucht, und die weltweite Nachfrage steigt jedes Jahr um 5-9 Prozent. Auf Farben und Beschichtungen (41 Mio. Tonnen pro Jahr) entfallen 1-5 Prozent der weltweiten Erdölproduktion; die Nachfrage wächst um jährlich 10-15 Prozent.

Frankreich hatte die geplante Beihilfe von 43,65 Mio. € im Jahr 2013 angemeldet. Die Beihilfe soll in Form eines Zuschusses und einer Kapitalzuführung für das Start-up-Unternehmen SAS IFMAS erfolgen, das eigens für die öffentlich-private Partnerschaft IFMAS IEED (Institut d’Excellence en Énergies Décarbonées) gegründet worden ist. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung von pflanzlichen Kunststoffen und Biofarben mithilfe eines Verfahrens, bei dem Erdölerzeugnisse durch Stärkeerzeugnisse ersetzt werden. Dadurch würde eine erhebliche Verringerung der Treibhausgasemissionen (um 30-50 Prozent) ermöglicht.

Die Beihilfe ermöglicht eine weite Verbreitung der Projektergebnisse sowohl durch wissenschaftliche Veröffentlichungen und Schulungsprogramme als auch indirekt, da neue Pflanzensorten ermittelt und entwickelt werden können. Die entwickelten Technologien sind gesundheits- und umweltpolitisch von Interesse. So können bestimmte schädliche Moleküle (wie die Phthalate) ersetzt und schwermetallbelastete Böden durch die Erzeugung von Stärke verbessert werden. Die Untersuchung der Kommission hat ergeben, dass die Beihilfe erforderlich und ausreichend war, um der SAS IFMAS genügend Anreiz für die Durchführung dieses FuE-Vorhabens zu bieten, zu dem sie sich andernfalls nicht entschlossen hätte.

Quelle: EU Kommission