Innovation: Werner & Mertz produziert 100-prozentiges HDPE-Recyclat

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Verpackungspreis 2016 für Flaschen aus PE-Recyclat für transluzentes und weißes Material (Foto: Werner & Mertz)

Mainz — Die Werner & Mertz Recyclat-Initiative hat erneut einen Meilenstein erreicht: Zusammen mit Flaschenhersteller Alpla-Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG und dem Grünen Punkt entwickelte sie neuartige Flaschen für Reinigungsmittel aus Recyclingkunststoff aus dem „Gelben Sack“. Für diese Pionierleistung hat Werner & Mertz den diesjährigen Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ erhalten.

Die Jury lobte die Entwicklung zugunsten echter Kreisläufe und Schonung endlicher Ressourcen bei nahezu identischer Aufmachung vergleichbarer Flaschen aus Neumaterial. Außerdem würdigte sie die Beibehaltung des ursprünglichen Erscheinungsbildes und Qualität der Flaschen ohne Einschränkung der Produktsicherheit.

PE-Qualitäten für transluzentes und weißes Material

Aktuell produziert das Mainzer Werk der Werner & Mertz GmbH zum ersten Mal weltweit Flaschen für Körper- und Bodenpflegemittel aus 100igem PE-Recyclat, das aus Materialien aus dem „Gelben Sack“ gewonnen wurde. Auf Dauer sollen alle PE- Verpackungen der Werner & Mertz-Marken mit der neuen Recyclingkunststoff-Qualität ausgestattet werden. Das Besondere an der Neuentwicklung: Bisher gab es keine Qualitäten für transluzentes und weißes Material aus dem gelben Sack. Herkömmliche PE-Recyclate erfüllten diese Voraussetzungen nicht.

Bei der Entwicklung bestand die Herausforderung darin, aus dem „Gelber Sack“ Altplastik aus PE zu identifizieren: Es sollte einerseits den physikalisch-technischen Anforderungen des anspruchsvollen Herstellungsprozesses – dem Extrusions-Blasformprozess – genügen und andererseits die Verpackungsfunktion mit höchster optischer Qualität erfüllen. Dazu wurde ein möglichst transluzentes Material benötigt, um den Füllspiegel des Produktes für den Endverbraucher sichtbar zu machen. Die am Markt vorhandenen PE-Recyclat-Qualitäten können laut Werner & Mertz diese Voraussetzung nicht erfüllen. Im Gegenteil: Die Vergrauung des Materials wird mit dunklen Farbtönen kaschiert. Das erklärte Ziel der Recyclat-Initiative ist aber der Verzicht auf Einfärbung, denn nur so wird echte Recycling- und Kreislauffähigkeit erreicht.

Der jetzt verwendete rPE-Rohstoff stammt aus dem – bislang für hochwertige Anwendungen nicht genutzten – „Gelben Sack“ und besteht infolge verbesserter Farbtrennung überwiegend aus naturfarbenen und weißen Flakes. Die weiteren wesentlichen Schritte in der Herstellung hochwertiger rPE-Verpackungen: ein optimierter Waschprozess und ein in den Prozess integrierter zusätzlicher Dekontaminationsschritt.

Vor der ökologischen Benchmark liegen

„Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie eine nachhaltige Lebensweise mehrheitsfähig werden kann. Die Überwindung des vermeintlichen Widerspruchs zwischen Ökologie und Leistungsfähigkeit von Reinigungsmitteln ist dabei unser Anliegen. Konkret bedeutet dies, mit allen wesentlichen Elementen unseres Produktes, d. h. bei Rezeptur, Verpackung und Produktionsumständen, mindestens eine Entwicklungsgeneration vor der bisherigen ökologischen Benchmark zu liegen“, erklärt Reinhard Schneider, Inhaber von Werner & Mertz und Initiator der Recyclat-Initiative.

„Wir zeigen mit diesem Produkt, was technisch mit Systalen möglich ist, nämlich hochwertige, transluzente Flaschen von verlässlich gleichbleibender Qualität“, erläutert Dr. Michael Heyde, Leiter Produkt- und Prozessentwicklung beim Grünen Punkt. „Die Kooperation mit dem Pionier Werner & Mertz gibt uns die Möglichkeit, die Entwicklung voranzutreiben und zu zeigen, dass der Markt dieses Material annimmt.“

Quelle: Werner & Mertz GmbH / DSD – Duales System Holding GmbH & Co. KG