Steht das deutsche Mehrwegsystem für Getränkeverpackungen vor dem Aus?

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Mehrwegzeichen (Foto: Arbeitskreis Mehrweg GbR)

Radolfzell — Das Bundesumweltministerium hat im aktuellen Entwurf des Verpackungsgesetzes die Mehrwegschutzquote ersatzlos gestrichen. Damit steht die Zukunft des deutschen Mehrwegsystems für Getränkeverpackungen auf dem Spiel, befürchten der Bundesgeschäftsgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der ehemalige Staatsekretär Clemens Stroetmann.

Nach deren Einschätzung werde es der Verbraucher in Zukunft noch schwerer haben, zwischen Mehrweggetränke-Verpackungen und Einweggetränke-Verpackungen zu unterscheiden. Ministerin Hendricks entziehe damit dem weltweit einmaligen und größten Mehrwegsystem jede politische und rechtliche Unterstützung. Die Entscheidung kommt zu einem besonders heiklen Zeitpunkt: Coca-Cola hat am 31. Juli 2016 einen weiteren Zwischenschritt beim Ausstieg aus dem deutschen Mehrwegsystem abgeschlossen. Neben der 1,5 Liter PET-Flasche ist nun auch die 0,5 Liter Mehrwegflasche aus den Regalen verschwunden. Dies werde mit der Streichung der Mehrwegschutzquote unweigerlich Dominoeffekte auslösen. Den Einwegflaschen werde ohne jede sachliche Begründung und ohne jede Not Tür und Tor geöffnet.

Dabei sei die Einwegflut aus mehr als 17 Milliarden Plastikflaschen pro Jahr größer als je zuvor. Weniger Mehrweg- und mehr Wegwerfverpackungen für Getränke würden nicht nur der Umwelt durch weiteren unnötigen Verpackungsabfall schaden , sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze gefährden, meinen Jürgen Resch, Jürgen Trittin und Clemens Stroetmann.

Sie möchten am 23. August auf einer Pressekonferenz gemeinsam aufzeigen, warum das deutsche Mehrwegsystem gefördert werden muss und die hierzu notwendigen politischen Wege aufzeigen. Und werden effektive Lösungsansätze für weniger Verpackungsabfall, zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Erfüllung der deutschen Klimaschutzziele vorstellen.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)