Studie: Reduzierung der Phthalate-Migration aus Recyclingkarton in Lebensmittel

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Verpackungspapiere (Foto: VDP)

München — In einem Forschungsprojekt untersuchte die PTS Möglichkeiten, die Phthalate-Migration aus Altpapier basierten Verpackungsmaterialien in Lebensmittel zu reduzieren. Hierzu wurden die Phthalat-Quellen identifiziert und quantifiziert sowie das Reduzierungspotenzial ermittelt. Es wurden Handlungsempfehlungen erarbeitet, um die Einhaltung aktueller und ggf. zukünftiger Grenzwerte zu Phthalat-Gehalten in Lebensmitteln sicherzustellen.

Die Forscher entwickelten umfassende gaschromatographische Methoden, mit denen die Untersuchung sämtlicher Proben der Prozesskette (Rohstoff Altpapier, Additive, Additivbehälter, Veredelungschemikalien, Druckfarben, Lacke, Klebstoffe, Wässer, Rejekte, Flotate, Pulpen, Papiere, Pappe, Kartone) erfolgen kann.

In verschiedenen Papier erzeugenden bzw. verarbeitenden sächsischen KMU sowie ergänzend im Technikum der PTS wurden durch umfangreiche Probenahmen die Eintragsquellen und Senkungspotentiale systematisch ermittelt. Eine Belastung von Papier, Pappe und Karton mit Phthalaten (v.a. DiBP, DBP und DEHP) ist weiterhin festzustellen. Neue, noch nicht Grenzwert belegte Phthalate, wurden als keine Problemstoffe für die Migration in Lebensmittel/-simulantien identifiziert. Aktuelle und zukünftige Grenzwerte für Phthalat-Gehalte in Lebensmitteln und Reststoffen können mit den erworbenen Kenntnissen des Projektes sicher und proaktiv eingehalten werden.

Die PTS bietet auf Basis dieser Arbeiten erweiterte analytische Dienstleistungen zur Bestimmung von Phthalaten und für Migrationsuntersuchungen an. Im Zuge der umfassenden Prozessanalytik hinsichtlich Phthalateinträgen und -gehalten in verschiedenen Stufen können systematisch und individuell je Unternehmen die betreffenden Eintragsquellen und Potentiale zur Reduktion im bestehenden Prozess ermittelt und als Beratungsleistung angeboten werden.

Das Forschungsvorhaben MF 130082 wurde mit finanziellen Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Der Dank der Papiertechnischen Stiftung gilt außerdem den beteiligten Firmen für die Probenbereitstellung und für die freundliche Unterstützung bei der Projektdurchführung.

Quelle: PTS Papiertechnische Stiftung